Tomaten mitten in der Stadt

Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ von UN-Fachjury ausgezeichnet

BLIESKASTEL Ein besonderes Blieskasteler Projekt wurde durch die Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt zur Auszeichnung ausgewählt und darf nun für zwei Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ führen. Die „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ sei das Projekt einer großen Gemeinschaft mit vielen Müttern und Vätern, freute sich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener anlässlich der kleinen Feierstunde im Blieskasteler Rathaus, zu der auch Umweltminister Reinhold Jost gekommen war.

„Der Biosphärengarten ist nicht nur ein ökologisches sondern auch ein soziales Projekt“, hob Faber-Wegener hervor. Der Biosphärengarten lebe vom Mitmachen, daher seien die Akteure besonders wichtig. Im Biosphärengarten ist beispielsweise der Imkerverein aktiv und auch die Klasse 2.2 mit ihrer Klassenlehrerin Ina Jansen der Schlossbergschule am Standort Blieskastel hat eine Patenschaft im Projekt übernommen. Die Kinder haben im Biosphärengarten ihre Beete und bewirtschaften sie. Bei der Feierstunde haben die Siebenjährigen erzählt, was sie bereits alles gemacht haben: Chilis geerntet, Unkraut gejätet, Salat gepflanzt ... Auch die Bürger sind zum Mitmachen eingeladen und dürfen die Produkte ernten.

„Über die Kinder sollen natürlich auch die Eltern erreicht und zum gesunden Kochen animiert werden. Wir wollen mit dem Projekt essbare Biosphärenstadt Blieskastel das Wissen im Gartenbau und Projekte in der Stadt sichtbar und erlebbar machen“, so die Bürgermeisterin. Wobei sie erwähnte, dass schon eine Idee für dieses Jahr gereift sei. Es sollen die „Steinwüsten“ in den Vorgärten ins Visier genommen werden. Unter dem Stichwort Siedlungsnaturschutz soll dafür geworben werden, die Vorgärten wieder attraktiv für Insekten zu gestalten und somit zur Erhaltung der Artenvielfalt beizutragen. „Steingärten sind ganz schlecht für Insekten. Daher werden wir in der Stadt Musterstaudenbeete zum Mitmachen anlegen“, so Faber-Wegener.

Auch die Gastronomie beteiligt sich an der essbaren Biosphärenstadt. Elmar Becker und Cliff Hämmerle waren ebenfalls bei der Feierstunde anwesend. Wobei Hämmerle betonte, dass er besonders gerne mit Kindern koche und der Umweltminister dies sogleich zum Anlass nahm zu prüfen, mit dem SR eine Kochrunde mit Kindern und Cliff Hämmerle à la „Mit Herz am Herd“ zu realisieren.

Reinhold Jost war voll des Lobes sowohl für das Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ als auch das Nachfolgeprojekt Vorgärten und sagte spontan seine Unterstützung zu. „Jeweils 250 Euro für die beiden Schulstandort sollten drin sein und das Vorgärtenprojekt sollten wir ebenfalls unterstützen können“, meinte Jost.

Das ausgezeichnete Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ hat rund 150000 Euro gekostet, mit 70000 Euro vom Umweltministerium unterstützt.dos

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