Tipps zur Abhilfe bei Schlaflosigkeit

Richtige Schlafhygiene verhilft zu gesundem Schlaf

SULZBACH Jeder dritte Deutsche leidet an Schlafstörungen. Diese erschreckende Bilanz ist Anlass für Prof. Dr. Hans-Willi M. Breuer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, im Rahmen der Informationsreihe des „Sulzbacher Dialogs“ auf Ursachen und Folgen der Krankheit einzugehen. Im Mittelpunkt stehen einfache Tipps der Schlafhygiene, wie Betroffene ihren gestörten „Tag-Nacht-Rhythmus“ wieder selbst in den Griff bekommen, bzw. wie auch Medikamente Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Ergänzend geht Prof. Breuer im Rahmen des moderierten Patientendialogs auf Fragen der Besucher ein.

Alle sind eingeladen, die Diskussion aktiv mitzugestalten. Die Veranstaltung findet am 4. Dezember um 18.00 Uhr im Konferenzraum der Verwaltungsetage des Knappschaftklinikums Saar in Sulzbach statt.

Fast 30 – 40 % aller Deutschen leiden an den Folgen von Schlaflosigkeit. Vorrangig treten Ein- und Durchschlafstörungen auf, die zur Qual werden können. „Es gibt wesentliche Regeln, die den Betroffenen helfen, wieder richtig und erholsam durchzuschlafen. Das Beschreiten dieses Weges ist sicherlich wesentlich schwieriger als die Einnahme von Schlaftabletten, jedoch in jedem Fall lohnenswert“, so Prof. Breuer und ergänzt: „Bei schlafgestörten Patienten fällt uns oft auf, dass sie eigentlich vieles falsch machen, was man unter guter "Schlafhygiene" versteht.“ Der Begriff bezieht sich auf Verhaltensweisen, die zu einem erholsamen Schlaf führen. Gerade für Betroffene, die seit Jahren an Schlafstörungen leiden, ist es eine größere Herausforderung, die nachfolgenden Regeln erfolgreich umzusetzen:

Grundregeln der Schlafhygiene:

·        Wichtig ist ein regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus: Gehen Sie dann ins Bett, wenn Sie sich so müde fühlen, dass Sie schlafen möchten. Wichtig ist eine konstante Zeit des Aufstehens, auch am Wochenende und an Feiertagen.

·        Schlafphasen am Tag, die über 20 Minuten hinausgehen, führen zu einer verkürzten Schlafzeit in der Nacht und sollten daher vermieden werden. Kurze "Power Naps" am Tag, die 10 bis 15 Minuten dauern, wirken durchaus regenerierend und fördern Aufmerksamkeit und Konzentration.

·        Regelmäßige Rituale, die mit dem Schlaf verknüpft sind, helfen beim Zubettgehen, z. B. das Glas Milch, der Schlaftee oder beruhigende Musik.

·        Sofern Sie nicht nach 30 Minuten einschlafen, sollten Sie das Bett verlassen. Beschäftigen Sie sich mit etwas. Sobald Sie eine ausreichende Bettschwere spüren, sollten Sie das Bett wieder aufsuchen. Schlafen Sie erneut nicht ein, wiederholen Sie die Prozedur.

·        Ein schlafhygienisches Grundproblem ist, nachts auf die Uhr zu schauen. Der Organismus stellt sich darauf ein, dass der Betroffene dann immer zur gleichen Uhrzeit wach wird, um "auf die Uhr zu schauen".

·        Anstrengende körperliche Tätigkeiten, z. B. intensiver Sport, sollten bis drei Stunden vor dem Zubettgehen vermieden werden.

·        Wer an Schlafstörungen, insbesondere an Durchschlafstörungen leidet, sollte auf den abendlichen Alkoholgenuss verzichten. Alkohol senkt die Schlafqualität und erschwert das Durchschlafen. Ähnliches gilt für Kaffee.

·        Das Bett ist Sinnbild des Schlafes. Es sollte nur zum Schlafen oder für sexuelle Aktivitäten genutzt werden. Lesen, Fernsehen oder Musik sind zu vermeiden, da sie dem Schlaf entgegen wirken.

·        Schlafstörend wirken in vielen Fällen Ereignisse des vorangegangenen oder des kommenden Tages. Das Grübeln darüber wirkt schlafverhindernd. Abhilfe schafft das so genannte "Grübel-Stopp-Verfahren".

·        Zur Entspannung hilft auch die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Sie beruht auf einem systematischen Anspannen und anschließendem Lockerlassen einzelner Muskelgruppen.

Beachten die Betroffenen die angeführten Maßnahmen und setzen sie konsequent in Ihrem Alltag um, sollte spätestens nach etwa einem Monat wieder ein erholsamer Schlaf eintreten. „Ansonsten empfehlen wir die professionelle Hilfe eines Arztes. Auch moderne Schlafmedikamente können dann zum Einsatz kommen“, erklärt Prof. Breuer. Zuvor wird jedoch eine gezielte Schlafanamnese durch den Arzt durchgeführt. Sie hilft ihm, die besten Medikamente für den Patienten zu bestimmen. Beispielsweise hängt es davon ab, ob es sich primär um eine Einschlafstörung oder um Durchschlafstörungen handelt. Neben den angesprochenen Aspekten geht Prof. Breuer auch gerne auf die Fragen der Besucher ein. Weitere Informationen zum Thema sind dem Flyer der „Sulzbacher Weg zum besseren Umgang mit Schlaf“ zu entnehmen, der kostenlos im Foyer des Krankenhauses Sulzbach erhältlich ist.

red./tt

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