Tina Klösters schreibt Löwenzahn-Gedicht

Morscholzer Ortsvorsteher Markus Wollscheid hat dazu ein Rezept hinzugefügt

MORSCHOLZ Tina Klösters aus Morscholz hatte jetzt eine tolle Idee: Sie hat ein Gedicht zum Löwenzahn geschrieben und den Text an zwei Ruhebänken am Wanderweg „RuM 1“ angebracht. Dies teilte dieser Tage Ortsvorsteher Markus Wollscheid mit, und ergänzt: „Ich habe ein Rezept in Dialekt für den Löwenzahnsalat hinzugeschrieben“.

Der Löwenzahn: Ein Gedicht von Tina Klösters

Der Löwenzahn in halber Pracht sein Aug‘ noch zugeschlossen hat. Er will uns sagen: „Schaut nur her! Bald seht ihr von mir noch viel mehr! – Die Zeit wird kommen, glaubt daran, die Sonn‘ verscheucht die Kälte dann.“ Der Mensch doch sieht noch alles grau: Dem Löwenzahn, dem ich nicht trau! Woher soll die kleine Pflanz‘ wissen von dem Sonnentanz? Doch lieber Mensch, du bist so klein, es will nicht in dein Köpfchen rein. Der Löwenzahn, er weiß viel mehr als du es tust. Schau doch mal her!

Und siehe da: im gold‘nen Gelb entzückt er schon die ganze Welt. Er hatte recht, der kleine Wicht, nur der Mensch, der wusst‘s noch nicht. Kaum steht der Löwenzahn im Gelb, so kommt der Tag, ist er schon welk. Der güld‘ne Teller nimmt sodann die Form der weißen Kugel an. Prächtig gelb und saftig einst, in voller Jugend er da stand. Die Wiesen blühen, und du meinst, so voller Lust das ganze Land. Doch am Löwenzahn du siehst, dass auch du nicht ewig blühst. So wie des Löwenzahnes Kopf, erweißt auch du an deinem Schopf. Doch nur im Außen wirst du weiß, im Innern Jahr für Jahr mehr weis‘.

Das Leben zeichnet außen dich, die Jugend ist dort vergänglich. Die Weisheit aber wacht jetzt auf, und du verstehst des Lebens‘ Lauf. Jedes Fältchen nimmst du an, ist‘s doch ein Mal des Wissens dann.

Und wenn ein Kind die Blume pust, wie schön zu seh‘n, dass es nicht wusst‘, was ihm im Leben noch geschieht. Die Pusteblum‘ kennt schon ihr Lied.

Der „Mohschelzer Bättsäächersalat“

„Watt brouch mähh“? 500 bis 600 Gramm Bettsäächer, 200 Gramm Dörrfleisch (Schinkenspeck), zwo großer Grompern, dräi hartgekochter Aier, annerthalwen Becher (300 ml) Sahne, zwo Teeleffel mittelscharfen Senf, zo ässlöffel Essisch, empfohlen Melfor-Essisch ous em Saarland, Salz on Peffer, je nach Schärfe vom Koch odder Köchin.

Dä Salat gefft et nur ämm Fräijohr. Dä muss mä äm Gahrten oder off de Stekker sälwer ous em Bodden zäihen. Weil mir Mohschelzer gähr goud ässen, machen mir änn dat Greinzäisch och Speck, Sahne, Grompern on Aier ränn.

Wie mescht mäh dänn?

Ze iärscht de Knollen abschneiden on de Salatbläerder änn moulgerecht Stecker schneiden. Donnoh öffdä grendlich wäschen. De Aier hartkochen onn abkäilen lossen. De Grompern schiälen, gar kochen onn och abkäilen lossen. Aier änn Scheiwen, Grompern och änn klähn Scheiwen odä klähn Würfel schneiden. Et Dörrfleisch e paar Minutten ahbrohden. Aier, Grompern und Dörrfleisch bei die Salatbläerder machen on emmrieren, bzw. mischen. Sahne, Senf, Essisch onn Gewierzä däbäi machen onn abschmacken.

Noch en Tipp vom Mohscholzer Bocüs:

De Salat iwwer zwo Stonnen äm Kühlschrank dorchzäiehen lossen on mät freschem Brot, et kann och Flitt sänn, serwieren. Dozou empfiehlt sich änn gouden Wäisswäin (wäh bloh).

red./ti

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