Terminunsicherheit hat Konsequenzen

Gestütsleiterin Maren Müller sagt die Große Pferdegala endgültig ab

ZWEIBRÜCKEN Schweren Herzens hat die Leiterin des Landgestüts Zweibrücken Maren Müller in Absprache mit Bürgermeister Christian Gauf die bereits von März auf Anfang September verschobene Große Pferdegala abgesagt. „Es hat alles so gut und so vielversprechend ausgesehen, aber irgendwann muss man einfach eine Entscheidung fällen“, konstatiert sie tief betrübt.

Der Publikumsmagnet hätte dem Landgestüt zwei ausverkaufte Reithallen mit weit über 2000 Zuschauer beschert und stellt damit eine bedeutende Einnahmequelle dar. Da jedoch bis Ende August sämtliche Veranstaltungen untersagt sind und der Ersatztermin am 5./6. September gelegen hätte, mache das Ganze einfach keinen Sinn, bedauert Maren Müller.

In dieser kurzen Zeit sei kein hochkarätiges Programm zu organisieren und auch kein Kartenverkauf zu managen. Zumal sie bezweifelt, dass viele Besucher gekommen wären. Und dafür ist ihr die Gala zu wertvoll, genießt die Veranstaltung doch in einem weiten Radius einen hervorragenden Ruf. „Mindestabstand, getrennte Zu- und Ausgänger, Hygienevorschriften – das lässt sich bei uns gar nicht umsetzen“, weiß sie und hat daher, als die Krise gerade erst dabei war, sich zu entwickeln, im März sofort die Reißleine gezogen. Denn jeder Storno, jede Umbuchung bei Ticket-Service verursacht erhebliche Kosten.

Bislang hat das Unternehmen sich noch bei keinem Gala-Kunden gemeldet, ist dabei, seine Vielzahl an Absagen zu managen. „Die Leute bekommen alle ihr Geld zurück, natürlich auch alle, die bei uns vor Ort bezahlt haben“, erklärt die Gestütsleiterin der Ordnung halber.

Erst vor einem Jahr hatte die Marketingfachfrau und Veranstaltungs-Gastronomin die Leitung der 260 Jahre alten Pferdezuchtstätte übernommen. „Unser Veranstaltungsbuch war so voll, mehr ging kaum noch“, sagt sie über ihren Akquise-Erfolg. Selbst der Topstar unter den Pferdeflüsterern und einer der Zweibrücker Publikumslieblinge, Monty Roberts, hatte erneut einen Termin angefragt. Doch dann kam mit Corona das Aus für Events und Turniere.

Besonders bedauern sie und der Vorstand des Fördervereins Kulturgut Landgestüt Zweibrücken, dass der Tag der Offenen Gestütstür am ersten Septembersonntag ausfällt. „Wir hatten eine Vielzahl großartiger Überraschungen geplant, um uns auch bei unseren Unterstützern des Bürgerfonds ,Unser Landgestüt‘ für das Engagement zu bedanken. Denn dies ist auf Grund der Ausfälle dringender denn je. Mit den Veranstaltungen fehlt uns auch jede Menge Geld“, sagt die Geschäftsführerin schlicht.

Ob die Islandpferdegala im Oktober stattfinden könne, werde man nach den Sommerferien sehen. „Wir entscheiden vieles tagesaktuell, manches muss jedoch von langer Hand geregelt sein“, beschreibt die 47-jährige Zweibrückerin die besonderen Herausforderungen dieser Zeit. Sie hofft auf das Verständnis sowohl der Veranstalter als auch der Gäste und auf ein vielfältiges Veranstaltungsjahr 2021.

Infos auch unter www.landgestuet-zweibruecken.de.cvw

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