Telefonseelsorge sehr gefragt

Corona-Krise verursacht Sorgen und Ängste

SAARBRÜCKEN Die Angst vor Corona macht sich auch in steigenden Anrufen bei der Telefonseelsorge bemerkbar. „Die Gespräche zum Thema Coronavirus sind in den letzten Tagen stark angestiegen“, sagte Volker Bier, evangelischer Leiter der Evangelisch–Katholischen TelefonSeelsorge Saar.

Waren es Anfang März noch ganz wenige, so ist inzwischen jedes zweite Gespräch geprägt von dem Thema. Gleichzeitig ist die Zahl der Anrufe um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Bier ermuntert die Menschen, mehrfach anzurufen, um die Telefonseelsorge zu erreichen. Die beste Zeit sei der Vormittag.

„Die Themen verändern sich mit der Krise“, fügt Heidrun Mohren-Dörrenbächer, katholische Leiterin, hinzu. Während am Anfang eher die Themen der Einsamkeit und die Verstärkung bereits bestehender Ängste im Vordergrund standen, sind es jetzt eher die Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft, besonders bei den Menschen, die bereits vor der Krise arbeitsuchend waren.

Auch online können sich Menschen an die Telefonseelsorge wenden und per Mail und Chat Kontakt aufnehmen: www. telefonseelsorge.de. „Besonders Mails würden derzeit noch zeitnah beantwortet“, sagt Bier.

„Unseren ehrenamtlichen Mitarbeitenden ist sehr bewusst, dass sie im Moment mehr denn je gebraucht werden. Sie übernehmen auch zusätzliche Dienste mit großem Engagement“, berichtet Bier. In den letzten Tagen hätten zudem zahlreiche Menschen ihre Mitarbeit angeboten. Das sei sehr erfreulich, die technischen Kapazitäten seien aber erschöpft. Zudem würden alle Beraterinnen und Berater ein Jahr ausgebildet, bevor sie den Dienst am Telefon beginnen.red./tt

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de