Technisch anspruchsvoll

Erstes Geisterturnier am Landgestüt – Weiter geht es am 11./12 Juli

ZWEIBRÜCKEN Keine Musik, keine Applaus, keine Siegerehrung. Als nach der schweren Springprüfung Klasse S* am Spätnachmittag die Rangierung verkündet wurde, war das Landgestüt fast leer. Mit dem letzten Springen begann leichter Regen, so dass nur wenige Zuschauer in der Allee stehen blieben. Auf Grund der Corona-Verordnung waren nicht nur Zuschauer verboten, sonder musste jeder Reiter 30 Minuten nach seinem letzten Start die Veranstaltung verlassen.

Parcourschef Paul Engel hatte es seinem hochkarätigen Publikum, das ausschließlich aus erfahrenen Reitern, zumeist Profis, bestand, zum krönenden Abschluss des ersten Geisterturniers im Landgestüt schwer gemacht. Die zwölf bis 1,40 Meter hohen Hindernisse mit 14 Sprüngen, das heißt, zwei zweifachen Kombinationen und einem überbauten stilisierten Wassergraben, war in der Wegeführung und den Distanzen technisch anspruchsvoll aufgebaut. Immer wieder klapperte eine Stange zu Boden.

Erst Thomas Lunkes von der TGS Lunkeshof gelang es als zwölftem der 36 Starter, seinen 14-jährigen Westfalen-Wallach Wimpel fehlerfrei ins Ziel zu pilotieren. Das Eis schien gebrochen, denn gleich vier Reiter in Folge behielten ihre weiße Weste. Einer von ihnen war Andreas Rubly. Für den Profi vom RFV Zweibrücken war es nach dem Turnier in Heiligenwald eine Woche zuvor erst das zweite S-Springen seit fünf Jahren. Auf sicheren Wegen statt auf Risiko dirigierte er mit dem Landbeschäler Camargo eines der erfolgreichsten Deutschen Springpferde souverän über das Stangenmikado. „Der Hengst ist voll im Deckeinsatz“, erklärte er, weshalb er ihn schonte und nicht voll auf Angriff ritt. Am Ende verpasste das Paar knapp das Treppchen und wurde in 75,33 Sekunden Vierter.

Die Entscheidung fiel am Schluss. Als Drittletzter Reiter ging Alan Kelley vom Club Hippique du Luxembourg mit dem neunjährigen Holsteiner Wallach Tourano in der Zeit von 73,34 Sekunden in Führung. Doch die Freude späteren Silbergewinners währte nur, bis Thies Beyer vom RFV Illtal mit dem Zweibrücker Hengst Superior die Ziellinie überquerte. In 71,31 Sekunden hatte der Saarländer mit dem sprunggewaltigen Landbeschäler noch einmal zwei Sekunden gut gemacht. Unauffällig, mit einer optimierten Wegeführung und engen Wendungen. Nach seinem Sieg in dem vorhergehenden, mittelschweren M-Springen war er der erfolgreichste Reiter auf diesem Turnier.

Nicht ganz so gut lief es bei Steffen Hauter. Keines seiner drei Pferde blieb fehlerfrei, doch auf Kikiwa reichte die Zeit immerhin für Rang elf. Neben einer Platzierung in Klasse M* freute sich der Profi vom Großsteinhauserhof über die Siege in den Springpferdeprüfungen Klasse A** und L.

Schnell gewesen wäre auch Anne Oberle. Allerdings riss ihr Hannoveraner Wallach Crunchip, der sich mit seinen 18 Jahren topfit präsentierte, mit einem Flüchtigkeitsfehler den überbauten Wassergraben. Mit vier Strafpunkten wurde aus dem möglichen Vizerang in 72,42 Sekunden Rang acht. Dafür gelang Tochter Marika im A**-Springen der große Coup. Mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner Grafchristo wurde sie Gesamtsiegerin vor Andreas Wilhelm vom RV Großsteinhauserhof, der mit Dr. House die zweite Abteilung gewann.

Hier platzierten sich auch Maike Kirst vom RSV Käshofen mit Cora-Lee und Katharina Burkhart vom RFV Zweibrücken mit ihrer Stute California. Gleich zwei schöne Erfolge feierte Charlotte Stuppy. Die 13-jährige Kaderreiterin vom RFV Zweibrücken ritt ihr Erfolgspferd Asterix gleich zweimal auf das Treppchen. Fehlerfrei in schneller Zeit musste sie sich auf dem Silberrang in Klasse L lediglich Siegerin Beate Schmitt vom RFV Neunkirchen geschlagen werden. In der Mittelschweren Klasse M* gewann sie Bronze.

Zufrieden mit dem ersten Corona-Geisterturnier auf Einladung des Clubs saar-pfälzischer Springreiter waren auch Turnierleiter Gerd Geyer und Gestütsleiterin Maren Müller, die als Hygienebeauftragte für die Einhaltung der Corona-Vorschriften Sorge trugen. Maren Müller strahlte am Ende zweier arbeitsreicher Tage: „Alles tippitoppi!“

Am 11./12. Juli findet das nächste Late-Entry-Turnier des Clubs der saar-pfälzischen Springreiter im Landgestüt statt. Am 8./9. August stehen bei Turnier Nummer drei einzig die Nachwuchspferde im Mittelpunkt.

Ergebnisse

Springpferdeprüfung Kl. A*: 40

1. Martin Hammel (RSV Hubertushof-Linkenheim mit Qualita‘s Rubin (8,5), … 3. Hans-Günter Klein (RFV Namborn) mit Quimey (8,2), 6. Steffen Hauter (RV Großsteinhauserhof) mit Latina (8,0), 8. Karsten Schäfer (RSV Käshofen) mit Quirina S (7,9), 10. Jelte Blaß (RSG Berghof-Einöd) mit Copine B (7,8) und 12. mit Sharky B (7,7)

Springpferdeprüfung Kl. A** - 2 Abteilungen: 43

1. Steffen Hauter (RV Großsteinhauserhof) mit Latina (8,4), 4. Karsten Schäfer (RSV Käshofen) mit Caspari und Andreas Rubly (RFV Zweibrücken) mit Empire (7,9), 5. Jelte Blaß (RSG Berghof-Einöd) mit Copine B (7,8), 6. Ingo Linn (RFV Bliesberger Hof) mit Catch the Stars (7,8)

Springpferdeprüfung Kl. L: 38

1. Steffen Hauter (RV Großsteinhauserhof) mit Dragonfly (8,5), 7. Melanie Bischoff (Pferdecentrum Miesau) mit Messo du Rouet (7,9) und 10. mit Constara (7,8)

Springprüfung Kl. A** - 2 Abteilungen: 60

1. Marika Oberle (RFV Zweibrücken) mit Grafchristo (0/50,91) und Andreas Wilhelm (RV Großsteinhauserhof) mit Dr. House (0/51,16), 3. Maike Kirst (RSV Käshofen) mit Cora-Lee (0/53,98), 4. Andreas Wilhelm (RV Großsteinhauserhof) mit Capricornia (0/54,19), 5. Katharina Burkhart (RFV Zweibrücken) mit California (0/55,86)

Springprüfung Kl. L – 2 Abteilungen: 79

1. Beate Schmitt (RFV Neunkirchen) mit Candicchi (0/49,99) und mit Caro (0/52,08), 2. Charlotte Stuppi (RFV Zweibrücken) mit Asterix (0/53,00), 4. Andreas Rubly mit Douros d‘Helby (0/55,23), 10. Leonie Bischoff (RFVMiesau) mit Wesley (0/60,64), 11. Maike Kirst (RSV Käshofen) mit Cora-Lee (0/60,88)

Springprüfung Kl. M*: 1. Thies Beyer (RFV Illtal) mit Qu Vie (0/60,88), 3. Charlotte Stuppi (RFV Zweibrücken) mit Asterix (0/63,35), 6. Melanie Bischoff (Pferdecentrum Miesau) mit Drusilla (0/64,99) und 11. mit Hello Hickstead (0/70,36), 10. Steffen Hauter (RV Großsteinhauserhof) mit Queesy Boo (0/67,90), 12. Andreas Rubly (RFV Zweibrücken) mit Camargo (0/70,95)

Springprüfung Kl. S*: 1. Thies Beyer (RFV Illtal) mit Superior (0/71,31), 2. Alan Kelley (Club Hippique du Luxembourg) mit Tourano (0/73,34), 3. Linda Schwinn mit Calino (0/74,84), 4. Andreas Rubly (RFV Zweibrücken) mit Camargo (0/75,33), 8. Anne Oberle (RFV Zweibrücken) mit Crunchip (4/72,42), 11. Steffen Hauter (RV Großsteinhauserhof) mit Kikiwa (4/75,72).cvw

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