Tag der offenen Tür

Beim Amtsgericht Saarbrücken nach dem Rechten sehen

SAARBRÜCKEN Wer arbeitet eigentlich bei einem Gericht? Werden die Angeklagten dort mit Handschellen vorgeführt? Spricht ein Familienrichter auch mit kleinen Kindern, wohnen Staatsanwälte und Richter in Villen und wie kommt ein Richter eigentlich zu seinem Urteil? Wer solche Fragen hat und wen es interessiert, ob der Alltag bei Gericht so ist, wie man ihn aus dem Krimi oder der Zeitung kennt oder doch etwas anders, den lädt das Amtsgericht Saarbrücken zu seinem zweiten Tag der offenen Tür am 23. Mai, dem Geburtstag des Grundgesetzes, ein.

Offen sind die Türen des Hauptgebäudes des Amtsgerichts Saarbrücken in der Franz-Josef-Röder-Straße 13 eigentlich täglich von Montag bis Freitag. Jeder darf jederzeit eine öffentliche Sitzung in Straf- oder Zivilsachen besuchen, um hier „nach dem Rechten zu sehen“. Am Tag der offenen Tür werden jedoch für interessierte Besucher zusätzlich zahlreiche Vorträge angeboten.

Berufsgruppen stellen sich vor

So stellen sich die verschiedenen beim Amtsgericht tätigen Berufsgruppen (Wachtmeister, Servicekräfte, Rechtspfleger, Gerichtsvollzieher, Richter) in jeweils ca. 20 bis 30-minütigen Vorträgen im Hauptgebäude in der Franz-Josef-Röder-Straße 13 zwischen 9 Uhr und 11.30 Uhr vor.

Der Beruf des Staatsanwaltes

Wie im vergangenen Jahr werden dort auch zwei Gäste aus weniger „offenen“ Bereichen der Justiz wieder das Programm bereichern: Staatsanwalt Reiter, Cybercrimekoordinator und Dezernent für Sexualstraftaten, wird über den Beruf des Staatsanwalts berichten (9.20 Uhr), und der Leiter der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken, der Leitende Regierungsdirektor Pascal Jenal, wird ab 11.30 Uhr einen anschaulichen Vortrag über das Leben und den Alltag vor und hinter Gittern halten.

Einen weiteren Vortrag mit besonderem Inhalt wird der Richter am Amtsgericht Dr. Olaf Weber, LL.M. (Edinburgh) im Hauptgebäude ab 10.30 Uhr halten: „So funktioniert die EU“. Dr. Weber hat 2 Jahre lang als nationaler Experte der Europäischen Kommission angehört.

Nebenstellen öffnen auch

Auch die Nebenstelle Heidenkopferdell (Bertha-von-Suttner-Straße 2), die die Betreuungs-, Familien-, Nachlass- und Zwangsvollstreckungsabteilungen beherbergt, öffnet in diesem Jahr wieder ihre Türen:

Die Justizamtfrau Anja Henoch wird dort um 12 Uhr zum Thema „Die letztwillige Verfügung und der Weg von ihrer Errichtung bis zu ihrer Eröffnung“ referieren und der Leiter der Betreuungsabteilung, Dr. Gero Bieg, hält ab 13 Uhr einen Vortrag über „Betreuungsverfügung, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“.

Künstler Klaus Harth zu Gast

Als ganz besonderer Gast konnte in diesem Jahr der saarländische Künstler Klaus Harth gewonnen werden, ab 14 Uhr seine Kunst im Allgemeinen und insbesondere seine Kunst am Bau der Nebenstelle Heidenkopferdell durch einen Vortrag im Rahmen einer Führung durch das Gebäude vorzustellen.

Für Schulklassen wird eine Anmeldung erbeten

Da die Türen zwar geöffnet sind, Einlasskontrollen jedoch wie gewohnt stattfinden werden, empfiehlt es sich, Wartezeiten am Eingang einzukalkulieren. Schulen werden gebeten, den Besuch einer KIasse bis zum 17. Mai per E-Mail (poststelle@agsb.justiz.saarland.de) anzumelden.

Weitere Infos und eine Liste zu den einzelnen Vorträgen der Berufsgruppen im Hauptgebäude des Amtsgerichts nebst Uhrzeit und genauem Veranstaltungsort findet sich online des Amtsgerichts Saarbrücken (https://www.saarland.de/ amtsgericht). red./jb

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de