Tafel Wadern seit 15 Jahren aktiv

Hartz-Gesetze machten 2006 die Einrichtung Lebensmittel-Ausgabe erforderlich

Wadern. Die Tafel Wadern kann auf ihr 15-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Tafel wurde am 25. April 2006 als Reaktion auf die 2005 in Kraft getretenen Hartz-Gesetze gegründet. Im Zuge dieser weitreichenden Änderungen im deutschen Sozialsystem und damit einhergehenden Verschlechterungen für Menschen und Familien in prekären Lebenssituationen, musste die Merziger Tafel, aufgrund des hohen Andrangs, einen Aufnahmestopp verhängen. Das dadurch entstandene Vakuum sollte und konnte durch die Eröffnung der Tafel Wadern aufgefüllt werden.

Am 1. Juni 2008 wurde das Angebot im ländlichen Raum des Landkreises Merzig-Wadern durch die Lebensmittelausgabestelle in Losheim am See weiter ergänzt.

Die Tafel ist am Ortsrand von Wadern gelegen. Sie wurde von der Bevölkerung von Anfang an wohlwollend wahrgenommen. Die Klienten der Tafel schätzen vor allem die ruhige Lage, da diese ein Stück Anonymität herstellt. Zudem ist die Tafel mit dem Bus gut erreichbar.

„Einen erneuten starken Anstieg der Bedürftigkeit konnten wir im Zuge der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 verzeichnen“, erklärt Daniela Schmitt-Müller, hauptamtliche Tafelkoordinatorin beim Caritasverband Saar-Hochwald und seit Anfang an zuständig für die Tafel Wadern.

„In dieser Zeit kamen rund 250 Familien regelmäßig zu unserer Tafel. Aktuell hat es sich wieder bei circa 140 Familien eingependelt“, ergänzt Daniela Schmitt-Müller.

Die Klientel der Tafel ist recht heterogen und befindet sich nicht selten unverschuldet in finanziell angespannten Situationen. Neben vielen Kindern und Jugendlichen – teilweise mit Migrationshintergrund – kommen auch vermehrt ältere Menschen, deren Grundsicherung oder kleine Rente nicht ausreicht. Zu den regelmäßigen Kunden gehören jedoch auch Alleinerziehende, die zwar berufstätig sind, deren geringes Einkommen jedoch nicht den Lebensunterhalt sicherstellen kann. Die aktuelle Corona-Situation und die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt verstärkt diesen Effekt.

„Uns ist es besonders wichtig unseren Tafel-Kundinnen und -Kunden gerade trotz Corona weiterhin ein gutes Lebensmittelangebot unterbreiten zu können“, so Caritasdirektor Frank Kettern.

Deswegen wurde auch viel Arbeit in die Ausarbeitung eines umfangreichen Hygienekonzeptes zum Schutz der meist älteren, ehrenamtlichen Helfer, die die Tafelarbeit überhaupt erst möglich machen, und zum Schutz der Kundinnen und Kunden, investiert.

„Im Namen des gesamten Verbandes bedanke ich mich recht herzlich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für den unermüdlichen Einsatz sowie bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die Hilfen der vergangenen 15 Jahre und freue mich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit“, erklärt Caritasdirektor Kettern.

Die Tafel Wadern ist weiterhin für Lebensmittel- und Geldspenden dankbar.

Lebensmittelspenden können nach telefonischer Terminvereinbarung in der Gerichtsstraße in Wadern abgegeben werden. Geldspenden ermöglichen es dem Caritasverband Saar-Hochwald e.V. die Arbeit der Tafel und Menschen in Not weiterhin schnell und unbürokratisch unterstützen zu können.

Die Ausgaben der Lebensmittel an Bedürftige finden dienstags statt:

Tafel Wadern, Gerichtsstraße 12 a, 13 bis 16 Uhr.

Lebensmittelausgabestelle Losheim am See, Pfarrsaal im Saalbau, 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr.

red./am

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