Symbiose aus Pferd und Reiter

Erstes Polospiel auf Birkhausen endet freundschaftlich mit 8:8

ZWEIBRÜCKEN/ BLIESKASTEL Premierenstimmung herrschte an einem Samstag auf der Gestütsarena Birkhausen vor den Toren Zweibrückens. Eigentümer Uwe Schlote hatte sich dazu entschieden, erstmals Polosport seinen Gästen zu offerieren.

Der Sport lässt sich erstmals in Persien, ungefähr 600 Jahre vor Christus nachweisen. Die Engländer lernten Polo in Indien während der Kolonialzeit kennen, brachten das Spiel 1871 nach Europa und verfassten ein umfangreiches Regelwerk, das Hurlingham Polo Commitee (1889).

Initiator der Zweibrücker Veranstaltung, die fast 200 Besucher an das sandige Spielfeld mit den beiden Toren lockte, war einer der Gestüts-Mitarbeiter, Niklas Bender aus Blieskastel. „Ich hatte schon ziemlich lange im Sinn gehabt, es zu probieren. Als ich dann zufällig von der Frankfurter Polo-Schule las, wusste ich: Jetzt ist es an der Zeit“, erinnert er sich. So habe er vor zwei Jahren einen Crash-Kurs absolviert und dank der dortigen Palermo Poloschule und des Clubs Anschluss gefunden.

Es wurde zu einer staubigen Angelegenheit, als der Saarbrücker Moderator Sascha Vogel die beiden Spielertrios, die des Poloclubs und der Poloschule Frankfurt zum Einreiten aufforderte. Mit dabei zwei argentinische Poloprofis, das Brüderpaar Beto und Gaston Farias. Clemens Walter, seit einem Jahr aktiver Polospieler stellte mit Hilfe der Reiter Grundschläge vor. Dazu zählten unter anderem der Half swing (Halb ausgeführter Schlag), Full swing (Voll ausgeführter Schlag), der Offside (Schlag auf der schlägerführenden rechten Seite), Nearside (Schlag auf der schlägerabgewandten linken Seite), die Forehand (Schlag in die Reitrichtung) und die Backhand (Schlag gegen die Reitrichtung). Davor hatte er im Gespräch erläutert, dass normalerweise das Spielfeld beim Polo 200 mal 130 Meter betrage und von jeweils vier Spielern pro Team gespielt werde.

In Zweibrücken, bei wesentlich kleinerem Platz, standen sie jeweils drei Spieler gegenüber. Neben den bereits genannten kamen die Amazonen Johanna Dorste und Sarah Dietz, zwei junge Spielerinnen, dazu. Sie waren wie die übrigen ausgestattet mit dem 130 Zentimeter langen sogenannten Stick aus Weiden- oder Bambusholz, der in einer Zigarre endet und mit dem der Ball geschlagen wird. Komplettiert wurde die Ausrüstung mit einem verpflichtenden stabilen Helm, der traditionell einem Tropenhelm nachempfunden ist.

Alle ritten auf ihren Poloponys. Diese stammen zumeist aus Argentinien, sind durch ihre Schnelligkeit, Wendigkeit, Kontaktfreudigkeit prädestiniert für den schnellen, abwechslungsreichen aber auch kraftraubenden Sport. Bis sie erstmals in einem Spiel eingesetzt werden können, haben sie eine mehrjährige Ausbildung hinter sich.

Es sei eine Herausforderung mit dem Pferd eins zu sein, eine Symbiose zu finden, aber auch erfreulich zu spüren, wie es dem Pferd Spaß mache, umschreibt Bender die Faszination des Sports. Er selbst wolle im kommenden Jahr erstmals an einem größeren Turnier teilnehmen, bis dahin aber noch viel trainieren, wozu er oftmals nach Frankfurt fahren muss.

Beim rasanten Spiel wurde gepasst, wurden Vorlagen verteidigt, gestürmt und Tore geschossen. Das Match dauerte zwei Chukkas (Halbzeiten) zu jeweils 7:30 Minuten. Das Spiel endete freundschaftlich mit 8:8.red./ott

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