Sünde und Wahn

Veranstaltungsreihe mit Gedanken, Musik und Malerei im Museum wird fortgesetzt

HILBRINGEN Sünde und Wahn – diese beiden Begriffe aus Religion und Psychopathologie rückt Professor Wolfgang Werner bei der nächsten Auflage der „ppp-Reihe“ (60 Minuten für philanthropische, philharmonische Psychologie) in den Fokus. Die Veranstaltung „ppp5: Versündigungswahn“ findet am Donnerstag, 7. November, um 19.30 Uhr mit Unterstützung der CEB im Museum der „Sammlung Dr. Zimmer“ in Hilbringen statt.

Beide Begriffe, Sünde und Wahn, sind mit Sanktionen belegt, mit Höllenfeuer oder gerichtlicher Unterbringung, sagt Wolfgang Werner. Bei genauerem Hinsehen findet man in der Bibel keine zwingende Entsprechung zu dem heutigen Sprach- und Erziehungsgebrauch. Den Begriff „Sünde“ findet man in den Urtexten nicht. Der „Wahn“ wiederum, eigentlich der nachweisbare Widerspruch zur Realität, hängt von den kollektiven Überzeugungen ab, wie zum Beispiel die Erfahrungen der Nazizeit zeigen, führt Werner aus. „Im Begriff des ‚Versündigungswahns‘ sind die beiden menschenunfreundlichen Begriffe von ‚Sünde‘ und ‚Wahn‘ vereint. Umso schwerer machen sie das Leben der davon Befallenen, die im Allgemeinen an einer krankhaften, tiefen Depression leiden.“

Der Psychiater Wolfgang Werner, über Jahrzehnte als Direktor des Landeskrankenhauses und als Landesarzt für das Saarland zuständig, befasst sich vor den großformatigen Gemälden des Museums Zimmer mit den aufgeworfenen Fragen, um die Antwort mit einer bewegenden Geschichte zur eigentlichen christlichen Botschaft ausklingen zu lassen: zur Liebe, die stärker ist als alle Vernunft und stärker als der Tod. Die beiden philharmonischen Weggefährten Frank Grandjean und Michael Christensen gestalten den psychologisch-philanthropischen Themenabend musikalisch: vom Anpochen des Schicksals an das Tor der Lebensbahn über verführerisch-üppigen Taumel hin zur Weite der liebevollen Bejahung. Die Kosten betragen 10 Euro. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. (06861) 93080 oder E-Mail an info@ceb-akademie.de.red./ti

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