Struktur in den Alltag bringen

Gelungene Projektkombination für benachteiligte Jugendliche in Völklingen

VÖLKLINGEN Der SOS-Jugenddienst ist seit Oktober 2009 ein fester Bestandteil der Hilfsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene in Völklingen geworden und als ein Projekt der aufsuchenden Jugendsozialarbeit in den Stadtteilen der Mittelstadt verankert.

Entstanden ist das Projekt, da sich verschiedene, problematische Gruppen von Jugendlichen an öffentlichen Plätzen trafen. Damit einhergehend wurden Beschwerden von Anwohnern, Polizei und politisch Verantwortlichen über störendes Verhalten wie Alkoholkonsum, Lärmbelästigung und Müllproblematik zum Problem. Neun Jahre später sind aus dem SOS-Jugenddienst weitere Projekte für junge Menschen entstanden, die das Streetwork-Angebot und die enge Einzelfallhilfe um weitere wichtige Angebote erweitern. Die Mitarbeiter des SOS-Kinderdorf präsentierten Christiane Blatt, Oberbürgermeisterin der Stadt Völklingen, Claudia Schuh, Leiterin des Fachdienstes Jugend in der Stadt Völklingen, Michael Müller, Koordinator der Jugendberufsagentur, Sandra Lochmüller, Fallmanagerin für die Gruppe U25 des Jobcenter in Völklingen und Armin Weppernig, dem Jugendamtsleiter im Regionalverband Saarbrücken, die Projektkombination vor.

Der Jugenddienst Völklingen ist mit seinen aufsuchenden Hilfsangeboten aus Streetwork, Beratung und Einzelfallhilfe ein Anlaufpunkt für Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen die Straße als ihren Lebensmittelpunkt wählen mussten.

Das Projekt INTEQRA Völklingen, das vom Jobcenter des Regionalverbandes finanziert ist, bietet hierbei für arbeitslose und sozial benachteiligte Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren 20 Plätze an, um einen erfolgreichen Einstieg in Ausbildung und Beruf zu ermöglich. Die Jugendlichen erhalten hier durch eine Mischung aus berufspraktischer Qualifizierung und Orientierung eine Tagesstruktur und Stabilität und können in der Arbeit mit Anleitern und Sozialpädagogen eine Berufsperspektive entwickeln. Ergänzend bietet das Projekt Wohnclearing in Völklingen drei Wohnplätze an, in denen Jugendliche Teilnehmer, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, im Rahmen einer ambulanten Betreuung bei dem schwierigen Schritt ins selbstständige Wohnen eine wichtige Unterstützung erfahren. Das Projekt wird durch die enge Zusammenarbeit des Jugendamts und des Jobcenters ermöglicht.

Das Wohnclearing stellt den jungen, wohnungslosen Menschen vorübergehend einen Wohnraum zur Verfügung. Die pädagogische Betreuung unterstützt die Jugendlichen dabei durch alltagspraktische Trainings- und Coachings in den Feldern Haushalt, Ernährung, Gesundheit und Umgang mit Geld. In der Kombination dieser Hilfsformen entsteht für die Zielgruppe der „schwierig zu erreichenden“ Jugendlichen ein enges Netz aus wichtigen Hilfen und ein effizientes Programm aus Streetwork, Einzelfallhilfe, Jugendberufshilfe und ambulanter Betreuung, in welchem die jungen Menschen ihre persönliche Situation reflektieren und ordnen können und ihre Probleme sukzessive in Angriff nehmen. eb

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de