Strichertz kandidiert am 26. Mai nicht mehr

Kleinblittersdorfer Bürgermeister verzichtet aus gesundheitlichen Gründen

KLEINBLITTERSDORF Das Jahr in der Gemeinde Kleinblittersdorf beginnt mit einem Paukenschlag. Der amtierende Bürgermeister Stephan Strichertz hat verkündet, dass er zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 nicht mehr antreten wird.

„Meine Ärzte haben mir massiv davon abgeraten, noch einmal als Bürgermeister zu kandidieren. Über die Weihnachtstage habe ich gemeinsam mit meiner Familien dann diesen Entschluss gefasst“, erklärte der 57-Jährige.

Bereits 2010 einen Herzinfarkt erlitten

Am 1. Mai 2002 wurde Stephan Strichertz der erste parteilose Bürgermeister von Kleinblittersdorf. Im Jahr 2009 wurde er wieder gewählt. Kurz vor dem Antritt seiner zweiten Amtsperiode am 1. Mai 2010 kam plötzlich der Schock. Mittwochs bekam der damals 48-Jährige die Diagnose Diabetes und zwei Tage später erlitt er einen Herzinfarkt. Da dies genau zu dem Zeitpunkt geschah, als die erste Amtsperiode ablief, musste Strichertz unmittelbar nach der Herzoperation noch auf der Intensivstation die Urkunde für die zweite Amtsperiode unterschreiben.

„Ich kann mich daran kaum noch richtig erinnern. Die Ärzte haben damals Gott sei Dank mitgespielt“, blickt der Bürgermeister zurück.

Amtszeit endet am 30. April 2020

Der Gesundheitszustand besserte sich in wenigen Monaten wieder und so konnte der Kleinblittersdorfer sein Amt wieder mit voller Kraft ausführen. Dennoch ist jetzt Schluss. Am 30. April 2020 ist sein letzter Tag als Bürgermeister.

Zwar wird der neue Bürgermeister von Kleinblittersdorf bereits in diesem Jahr gewählt, tritt aber erst im kommenden Jahr das Amt an. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Strichertz in jedem Fall wieder kandidieren müsse, um in den Genuss der vollen Versorgungsansprüche zu kommen. Nur wer zwei Amtsperioden hinter sich hat und bereits über 60 Jahre alt ist, braucht nicht mehr zu kandidieren. „Das ist auch so, doch in unserer Gemeinde ist die Bevölkerungszahl unter 13000 gerutscht. Das bedeutet, dass die Aufwandsentschädigung für den Bürgermeister gekürzt wird und dadurch hat man automatisch den Anspruch auf die volle Versorgung“, erklärt Stephan Strichertz.

Bis zum Ende seiner Laufbahn möchte der 57-Jährige noch mit voller Kraft in der Gemeinde etwas bewegen, wie zum Beispiel das neue Feuerwehrgerätehaus zwischen Kleinblittersdorf und Bübingen realisieren. Für die Zeit danach hat Strichertz bereits ein Angebot einer Dozenten-Stelle vorliegen. Ebenso gibt es für den studierten Juristen Angebote, wieder als Anwalt zu arbeiten. „Vielleicht studiere ich auch Geschichte, das wollte ich immer schon. Ich weiß es noch nicht. Ich habe ja noch ein bisschen Zeit, mir darüber Gedanken zu machen“, so der Bürgermeister von Kleinblittersdorf.

Kandidaten bringen sich bereits in Stellung

Wer am 1. Mai 2020 sein Nachfolger wird, ist die spannende Frage in diesem Jahr in Kleinblittersdorf. Bislang stehen drei Kandidaten fest, die sich am 26. Mai zur Wahl stellen.: Rainer Lang aus Bliesransbach von der SPD, Erika Heit aus Rilchingen-Hanweiler von der CDU und die parteilose Sabine Nowaczyk aus Hülzweiler, die allerdings in diesem Jahr in 33 Gemeinden im Saarland kandidiert. Gerüchten zufolge soll es aber noch einheimische Bürger in der Gemeinde Kleinblittersdorf geben, die sich parteilos für das Bürgermeister-Amt bewerben wollen. Namen sind noch nicht bekannt. hei

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