Straßen erhebliches Risiko für Wildtiere

Luchs Lucky auf der Jagd von einem Fahrzeug erfasst und getötet

SÜDWESTPFALZ Der Luchs Lucky jagte bei Helmbach (Elmstein) einem Reh hinterher. Beide Tiere sprangen unvermittelt auf die Landstraße und wurden dort von einem Auto angefahren. An dem Fahrzeug entstand ein Blechschaden, der Fahrer blieb unverletzt.

Der Wildunfall wurde dem zuständigen Forstrevierleiter Hans Scherr vom Forstamt Johanniskreuz gemeldet. Der Revierleiter informierte auch das Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Vor Ort konnte nur noch der Tod der beiden Tiere festgestellt werden.

Wildtiere sind durch den Verkehr einem erheblichen Risiko ausgesetzt. Nach den Daten des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz ereigneten sich im Jahr 2018 landesweit rund 23400 Wildunfälle. Der Kuder Lucky war im Sommer 2015 als einer der ersten drei Luchse im Pfälzerwald freigelassen worden. Er wurde als Jungtier verwaist aufgefunden und im Alter von gut einem Jahr in seiner neuen Heimat Pfälzerwald freigelassen. Lucky war der Kuder, der als erstes Nutztier in einer nicht allseitig gesicherten Herde im Pfälzerwald Tiere riss, aber auch für den ersten Luchs Nachwuchs aus der Wiederansiedlung im Pfälzerwald sorgte. Zuletzt machte Lucky von sich reden, weil er das Luchsweibchen Kiara im Wildpark Kaiserslautern besuchte und dabei auch in das Gehege einstieg.

Durch das EU-Life-Projekt sind bisher 16 Luchse in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Vier weitere Tiere sollen noch freigelassen werden. Zwei junge Luchsweibchen verunglückten kurz nach ihrer Freilassung. Ein Luchskuder wanderte in die Vogesen ab. Es konnten bislang vier Würfe mit insgesamt mindestens sieben Jungtieren nachgewiesen werden. Weite Teile des Pfälzerwaldes werden inzwischen von den Luchsen genutzt. Seit dem Frühjahr 2019 scheinen sich die ersten Tiere auch langfristig südlich der Bundesstraße 10 anzusiedeln. Eine Entwicklung, die auch auf den regelmäßig aktualisierten Luchs-Aktionsraumkarten auf der Projekthomepage zu sehen ist.

Infos auf www.luchs-rlp.de

Nähere Informationen gibt es unter www.luchs-rlp.de. Mit Hilfe des europäischen Förderprogramms Life-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz und Sycopark in Frankreich, das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unterhält ein Projektbüro in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt. Das Vorkommen des Luchses kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in weniger Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist. Speziell für Tierhalter ist auch ein Informationsfaltblatt im Bereich „Nutztiere & Luchs“ zu finden. rb

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