Statistik: Bundessieg für Merzig

Gymnasiastinnen vertreten Deutschland beim Wettbewerb auf Europäischer Ebene

MERZIG Die Freude bei den Merziger Schülerinnen Roxana Dziuba, Gabi Krause und Leonie Reichert war riesengroß, als das Statistische Bundesamt bekanntgab: Sieger des deutschen Vorentscheids im Europäischen Statistikwettbewerb (European Statistics Competition, ESC) ist das Team ‚2behonest‘ des Gymnasiums am Stefansberg (GaS).

Damit hatten die drei Mädchen aus der neunten Klasse wirklich nicht gerechnet, gibt Roxana Dziuba offen zu: „Wir hatten uns am Anfang keine großen Ziele gesetzt. Uns war es einfach wichtig, unser Bestes zu geben, um dann so weit wie möglich zu kommen. Wir hätten niemals damit gerechnet, dass wir die nationale Phase gewinnen würden und dadurch an der europäischen Phase teilnehmen dürfen.“

Schließlich waren die Aufgaben des Wettbewerbs anspruchsvoll und vielfältig, die Konkurrenz sehr groß. Mehr als 60 Teams mit 160 Schülern aus ganz Deutschland waren im Januar in zwei unterschiedlichen Altersklassen an den Start gegangen. Die drei Neuntklässlerinnen aus Merzig nahmen – unterstützt von ihrer Mathelehrerin Nora Rütz – in der Kategorie B für die Klassenstufen 8 bis 10 teil.

„Als wir von diesem Statistik-Wettbewerb gehört hatten, wollten wir unbedingt mitmachen, weil wir uns erhofft haben, uns so einen besseren Umgang mit Statistiken aneignen zu können. Schließlich wird man im Alltag häufig mit Statistiken konfrontiert, etwa in Zeitungen, und dann ist es von Vorteil, wenn man über ein umfangreiches Wissen zu diesem Thema verfügt“, berichtet Gaby Krause von den ersten Überlegungen.

In der ersten Ausscheidungsrunde warteten auf die drei Merziger Mädchen Multiple-Choice-Aufgaben. Sie mussten online drei Tests bearbeiten, bei denen es zunächst generell um Basiswissen, dann um die Nutzung von amtlichen statistischen Datenquellen und schließlich um die Interpretation von statistischen Berichten ging.

Zu jeder Frage wurden vier Antwortmöglichkeiten gegeben, aber nur eine Lösung war jeweils korrekt. Nach dieser ersten Hürde war für viele Schüler schon Schluss, denn mit 32 Teams schaffte es nur etwa die Hälfte der gestarteten Mannschaften, sich für die zweite Wettbewerbsrunde zu qualifizieren.

Die Schülerinnen aus Merzig waren sicher dabei, sie zählten in Runde eins zu den besten. Jetzt war ihr Ehrgeiz richtig geweckt, verrät Gaby Krause: „Nachdem wir in der ersten Runde so gut abgeschnitten hatten, war unser Ziel, die zweite Runde ebenso gut zu absolvieren und vielleicht sogar tatsächlich zu gewinnen.“ Nun hatten die Mädchen die Aufgabe, einen Mikrodatensatz nach eigenen Ideen zu analysieren und in einer Präsentation darzustellen.

Roxana, Gabi und Leonie entschieden sich, anhand von Daten den Gender Pay Gap zu untersuchen. Hierbei analysierten sie die Lohnunterschiede bei Männern und Frauen, nahmen mögliche Einflussfaktoren wie Bildungsstand, Berufswahl oder Beschäftigungsumfang genauer unter die Lupe und stellten das alles mit Hilfe von selbst gestalteten Statistiken dar.

„Das Anfertigen der einzelnen Statistiken für die PowerPoint Präsentation hat mir tatsächlich am meisten Spaß gemacht“, schwärmt Leonie Reichert von dieser Runde und auch Roxana Dziuba war von der Aufgabe durchaus angetan: „Ich fand es unglaublich interessant, was man mithilfe von Statistiken alles erfahren kann. Zum Beispiel haben wir nach dem Auswerten unserer vielen verschiedenen Statistiken herausgefunden, dass Männer im Berufsleben tatsächlich mehr verdienen als Frauen, was wir zuerst für ein Vorurteil hielten.“

Am Ende meisterten die drei Mädchen auch diese Aufgabe so überzeugend, dass sie sich den Sieg vor dem Fürther Helene Lange-Gymnasium sichern konnten und damit Deutschland beim europäischen Finale des Statistikwettbewerbs vertreten dürfen.

Hier messen sich die Merziger Schülerinnen mit den besten Teams aus insgesamt 15 EU-Ländern. Lampenfieber kennen die Drei trotz der hochkarätigen europäischen Besetzung aber nicht – im Gegenteil: Die Aufgabe, ein zweiminütiges Video zum Thema „Europa im Spiegel der Statistik“ zu drehen ist bereits fertiggestellt.

red./am

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