Stadt erstattet Anzeige

Zahl der illegalen Müllkippen steigt

PIRMASENS Die Schließung des Wertstoffhofes soll möglichst bald aufgehoben werden. Derzeit wird eine Öffnung der Einrichtung in der Ohmbach unter strengen Auflagen für die Anliefernden geprüft. Nicht zuletzt auch deshalb, um einer steigenden Zahl wilder Müllkippen entgegenzuwirken.

„Wir stellen zurzeit vermehrte illegale Ablagerungen im Stadtgebiet und in Grünanlagen fest“, erklärt Bürgermeister Michael Maas. Neben Altöl, Elektroschrott und Sperrmüll bereiten den Mitarbeitern auch gezielt weggeworfenen Speisereste und Hygieneartikel wie Einmalhandschuhe große Schwierigkeiten. „Diese Art der Müllentsorgung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Situation besonders unsozial und vor allem gesundheitsschädlich“, ist Maas über das rücksichtslose Verhalten entsetzt.

Verstöße würden konsequent geahndet, erste Anzeigen seien bereits erstattet worden. Thomas Iraschko, Leiter des Wirtschafts- und Servicebetriebs, appelliert eindringlich an alle Bürger, ihre Abfälle ausschließlich über die vorgesehenen Behälter zu entsorgen: „Bio-, Papier- und Restmüll werden von uns ohne Einschränkungen im gewohnten Rhythmus abgeholt“. Es gebe deshalb überhaupt keine Gründe, Haushalts- oder Verpackungsmüll oder gar Speisereste in der Natur zu entsorgen. „Auch bei der Abfuhr von Sperrmüll auf Anmeldung gab es bisher noch ausreichend Termine“, berichtet Iraschko.

„Nicht ordnungsgemäß entsorgter Abfall, der achtlos und vorsätzlich illegal auf öffentlich zugänglichen Flächen abgeladen wird, verschandelt nicht nur die Umgebung, sondern ist eine Ordnungswidrigkeit, die empfindliche Geldbußen nach sich ziehen kann“, erläutert Katja Kölzer, Leiterin des Ordnungsamtes. Die Spanne der Bußgelder bei Verstößen reicht bis zu 5000 Euro beim Herausstellen von nicht angemeldetem Sperrmüll. Die illegale Entsorgung von umweltgefährdeten Abfällen wie Altöl stellt sogar einen Straftatbestand dar und kann mit bis zu 25000 Euro geahndet werden.

Den Tätern auf die Schliche zu kommen, ist mitunter sehr aufwendig und erweist sich als Problem: „Häufig mangelt es an Zeugen und Hinweisen, um die Verursacher ausfindig zu machen und diese zur Kostenerstattung heranzuziehen zu können“, berichtet Kölzer.

Auf einem großen Teil des wilden Mülls bleibt die Allgemeinheit aber sitzen. Das Entsorgen bindet personelle Ressourcen und kostet viel Geld. „Und am Ende müssen alle Pirmasenser die Zeche zahlen“, berichtet Michael Maas.

Wilde Müllkippen melden

„Wir gehen sachdienlichen Hinweisen nach“, wendet sich Josef Glaus von der Unteren Abfallbehörde an die Bevölkerung. Der vertrauliche Umgang mit persönlichen Daten der Anrufer sei selbstverständlich gewährleistet, versichert Glaus. Die zentrale Telefonnummer für die Meldung von wilden Müllkippen lautet (06331) 84-2495.red./dos

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