Stachelloser Igel und Alice

Autorenlesung mit Christian von Aster an der Martin Luther King Schule Saarlouis

SAARLOUIS Was ein stachelloser Igel und Alice im Wunderland gemeinsam haben? Die jungen Teilnehmer einer Autorenlesung mit Christian von Aster an der Martin Luther King Schule Saarlouis sind einer Antwort nähergekommen: Beides sind vielversprechende Buchtitel mit einer interessanten und hintersinnigen Story.

In den letzten Jahren ist immer häufiger die Rede davon, dass die heutige Generation kaum Interesse an Literatur zeige und sich zunehmend schlechter konzentrieren könne. Das Gegenteil bewiesen die Schüler der Schule bei einer Autorenlesung mit Christian von Aster.

Durch gekonnte Lesevorträge gelang es dem vielseitigen Künstler, seine Zuhörer in die literarische Welt seiner Werke mitzunehmen und sie eine Zeit lang vergessen zu lassen, dass sie sich in der Aula des Schulgebäudes befinden.

Schulleiter Udo Ulrich bezeichnete es als Glücksfall, dass von Aster für einen Vormittag das schulinterne Angebot zur Leseförderung habe bereichern können. Denn neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist der Autor als Herausgeber, Regisseur und Schauspieler gefragt und deshalb zeitlich sehr eingebunden.

Zunächst hatten die Schüler der Klassenstufe fünf das Vergnügen, von Asters neustes Kinderbuch „IGLIG: Eine Geschichte mit Stacheln“ kennen zu lernen. Ignaz, die Hautfigur des Textes, ist ein unbestachelter Igel und weil er deshalb anders ist als seine Artgenossen, muss er seinen Alltag als Außenseiter bestehen.

Danach bekamen die Schüler der Klassenstufe zehn Gelegenheit, einen Auszug aus der Pubertätsdramödie „Alice vs. Wunderland“ zu hören. Das Buch handelt von der jungen Alice, die sich von einem weißen Kaninchen ins Wunderland entführen lässt, um ihren ersten Liebeskummer zu bewältigen.

Im Anschluss an die Lesevorträge durften die Schüler Fragen stellen. So wollte der jüngere Jahrgang wissen, welche Preise von Aster bereits gewonnen habe. Dabei verwies er vor allem auf die Auszeichnung mit dem Seraph, einem genrespezifischen Literaturpreis für deutschsprachige Phantastik-Literatur, den er 2012 für seinen Roman „Der letzte Schattenschnitzer“ bekommen hat.

Der ältere Jahrgang daran interessiert, welches der eigenen Bücher der Autor favorisiert und ob er als Schriftsteller ein angemessenes Auskommen hat.

Auch hier blieb Christian von Aster keine Antwort schuldig. Als Lieblingstitel nannte er sein neues Kinderbuch IGLIG und Ruprechts großer Rutentest: Eine halbbesinnliche Sammlung beinahe-weihnachtlicher Geschichten. Über seine Einkünfte beklagte sich der Künstler nicht, da er sein Leben so führen könne, wie es ihm gefalle.

Und wann hat sich von Aster entschieden, Schriftsteller zu werden? Schmunzelnd erläuterte der Autor, dass er als Jugendlicher sehr kräftig gewesen sei und über das Schreiben von Geschichten Mädchen beeindrucken wollte, um wie die anderen Jungs eine Freundin zu bekommen. red./am

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