Spielte schon im Altertum eine große Rolle

Naturpark-Wildkräuterküche im Sommer präsentiert die Nachtkerze

HERMESKEIL Nachtkerzen spielten schon im Altertum eine große Rolle. Hippokrates, der berühmte Arzt der Antike, soll die Nachtkerzen schon vor rund 2400 Jahren zur Behandlung von Wunden eingesetzt haben. Seit der Entdeckung, dass die Samen der „Gemeinen Nachtkerze“ (Oenothera biennis) zehn Prozent Gamma-Linolensäure enthalten, spielt sie als Hauptlieferant der wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Heilpflanzenkunde eine wichtige Rolle. Ihr milder Geschmack lässt sie auch kulinarisch vielfältig anwenden.

Nachtkerze kulinarisch

Blätter, Blüten, Knospen, Samen, Triebe und Wurzeln sind essbar. Die Blüten und auch die Knospen sind im Salat, auf dem Butterbrot oder auf gekochten Speisen eine leckere Dekoration. Die Blätter können vor der Blüte geerntet und wie Spinat gedünstet werden.

Die Wurzel kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Sie schmeckt gekocht ähnlich wie Schwarzwurzel. Die wertvollen Samen können in Gebäck verarbeitet oder im Mörser zerkleinert über Müsli und Salat gestreut werden.

Nachtkerze heilwirksam

Die Nachtkerze wirkt entzündungshemmend, blutreinigend und wird bei Akne, Arthritis, Asthma, Bluthochdruck, Ekzemen, entzündeten Gelenken, hohen Cholesterinwerten, Husten, Leberschäden, Magen-Darm-Beschwerden und Neurodermitis angewendet. Die Wurzel hat eine kräftigende Wirkung und wird bei der Genesung von langwierigen Krankheiten verwendet. Ein Tee aus den Blättern wirkt entkrampfend und entspannend bei Magen-Darm-Erkrankungen, Husten und Bluthochdruck.

Die Tagesdosis beträgt drei Tassen. Wertvolle Inhaltsstoffe sind Eiweiß, Flavonoide, Gamma-Linolensäure, Lignin, Linolsäure, Ölsäure, Phytosterole und Zellulose.

Boden und Standort

Die Nachtkerze kommt im Naturpark vom Saartal bis zu den Hunsrückhöhen an sonnigen und steinigen Standorten, Böschungen, Ruderalflächen, Wegrändern und in Gärten vor. Die Nachtkerze ist zweijährig. Im ersten Jahr ist nur die am Boden anliegende Blattrosette zu sehen. Im zweiten Jahr entwickeln sich dann der Stängel und die Blüten mit einer Wuchshöhe von etwa 50 bis 200 cm. Wie der Name schon andeutet, blüht die Nachtkerze auch im Dunkeln.

Für Insekten und besonders für Nachtfalter bietet ihr Nektar eine wichtige Nahrungsquelle.

Weitere Infos gibt es online zum Beispiel unter www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gemeine-nachtkerze/. Informationen über den Naturpark gibt bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (06503) 9214-0 und E-Mail an info@naturpark.org.red./ti

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