Spende geht nach Ravanusa

Unterstützung durch den Sizilianischen Freundeskreis

SAARBRÜCKEN Der gemeinnützige Verein „Sizilianischer Freundeskreis im Regionalverband Saarbrücken e. V.“ wurde gegründet, um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Regionalverband Saarbrücken und der Provinz Agrigento in Sizilien und die Städtepartnerschaft zwischen Sulzbach und Ravanusa in der Provinz Agrigento zu unterstützen.

Zahlreiche Kontakte, Bildungsreisen, Schulprojekte, aber auch kulturelle Veranstaltungen wurden seither organisiert und durchgeführt. Die Corona-Pandemie hat die diesjährige Planung des Vereins hinfällig werden lassen. Wie viele Menschen hat auch der Vorstand des Vereins Nachrichten zur Pandemie verfolgt. Die schrecklichen Nachrichten aus Norditalien haben zu besorgten Nachfragen bei den Freunden und der Rathausverwaltung in Ravanusa und Agrigento geführt. Zwar waren die Infektionszahlen im Süden gering, aber schon Anfang März ist der Tourismus in Sizilien zum Erliegen gekommen. Bereits in den Vergangenen Jahren war die Arbeitslosigkeit dort so hoch, dass viele junge Menschen die Region verlassen haben und zum Arbeiten in den Norden gezogen sind. Landwirtschaft und Tourismus sind die einzigen nennenswerten Wirtschaftszweige in Sizilien. Das bedeutet, dass die Einnahmequellen für viele Familien gegen Null gefahren sind.

Deshalb hat sich der Verein überlegt zwei Organisationen in Ravanusa zu unterstützen, die notleidende Familien mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten versorgen. Das ist zum einen Caritas/Ravanusa und ACAMS, ein Verein mit einem integrativen Ansatz vor allem im kulturellen Bereich, die aber in der aktuellen Situation Familien mit dem Notwendigsten versorgen.

Der Sizilianische Freundeskreis hat seine Mitglieder zu Spenden aufgerufen, unter anderem auch den Regionalverband Saarbrücken als kooperatives Mitglied und außerdem verplante aber nicht benötigte Mittel bereitgestellt und so an jeden der beiden Vereine in Ravanusa 2.500 Euro überwiesen.

Die dortigen Verantwortlichen sind dankbar und gerührt. Alle hoffen, sich in absehbarer Zeit nicht nur per Mail und Telefon zu verständigen, sondern sich auch vor Ort kennen zu lernen.

Dass menschliche Fürsorge und Solidarität auch über die nationalen Grenzen hinweg wichtig ist, haben auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident der Italienischen Republik Sergio Mattarella in einem gemeinsamen Brief an Bürgermeister in Deutschland mit Städtepartnerschaften in Italien, so auch an die Stadt Sulzbach, bekundet. red./jb

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