Sowohl analog als auch in digitaler Form

Der Info-Taler ist Geschichte – St. Ingbert bekommt einen Stadtgutschein

ST. INGBERT Er war nicht der Renner, der Ingo-Taler. Oder doch? Vielleicht lief er ja nur in die falsche Richtung. Die Idee war gut, die Rückläufe der Münze im Gegenwert von 5 Euro ließen zu wünschen übrig, wanderten jedoch – wie vermutet wird – vielfach wohl als Erinnerungsstücke in die Archive von Sammlern. Nun will man es mit einem Stadtgutschein besser machen, im digitalen Zeitalter mit neuen Ansätzen und über andere Wege.

Und so wagten sich Stadtverwaltung, Stadtmarketing und der Verein Handel und Gewerbe doch lieber an ein anderes Modell, das zudem bereits in anderen saarländischen Städten mit Erfolg läuft: das saarländische Gutscheinsystem von Local Heroes. Neu ist die Idee allerdings nicht. In Rohrbach gibt es bereits seit vielen Jahren einen Einkaufsgutschein, der vom Verein der Selbstständigen Rohrbach (VdS) angeboten wird, allerdings nur in Papierform und nur bei den Gewerbetreibenden des Vereins einlösbar.

Das, was Pressesprecher Florian Jung, der Beigeordnete, Albrecht Hauck und Jessica Haßdenteufel, die Heroesmanagerin bei der Stadt als „Stadtgutschein“ unisono als tolle Sache vorstellten, basiert auf völlig anderen Grundlagen und ist breiter aufgestellt. Es gibt ihn sowohl analog in Papierform als auch digital. „Einlösbar ist er in allen Stadtteilen bei den Gewerbetreibenden, die sich für das System entschieden haben“, so Hauck, „Wir wollen das Geld in St. Ingbert halten und dem Onlineeinkauf ein Gegenpol setzten.

Das Wichtigste für die Bürger zum neuen Stadtgutschein fasste Jessica Haßdenteufel zusammen: Wer einen Gutschein haben möchte, kann dafür vor Ort bei den Anbietern nachfragen oder über eine App auf dem Handy bestellen. Wer Gutscheine in Papierform anbietet, ist an einem Aufkleber im Schaufenster oder an der Eingangstür zu erkennen. Dort kann man vorbereitete Gutscheine mit den festen Werten von 10, 15, 20, 25, 25, 50 und 100 Euro kaufen. Ein sogenannter „Flexi-Gutschein“ gestattet die Ausfertigung mit krummen Werten dazwischen. Diese Gutscheine sind in allen teilnehmenden Geschäften einlösbar. Mit einem speziellen „Händlergutschein“ kann dagegen nur in diesem einen Geschäft eingekauft werden.

Für die Gutscheinbestellung via Handy muss zuvor eine entsprechende App mit dem Anlegen eines Nutzeraccounts aufgespielt werden. Dann muss das Handy allerdings auch beim Einkaufen parat gehalten werden. Allen Gutscheinen ist gemeinsam, dass über einen Barcode abgerechnet wird, was bedeutet, dass der Restbetrag nicht bar ausgezahlt wird, sondern weiterhin verfügbar bleibt.

Nun sind die Verantwortlichen bestrebt, nach den jetzigen 25 noch möglichst viele weitere Händler für das neue System zu gewinnen, auch die Inhaber von Gaststätten und Restaurants beispielsweise, oder die Großmärkte im Stadtbereich. Selbst Firmen könnten einen eigenen Gutschein als steuerfreien Sachbezug an Mitarbeiter ausgeben.

Jetzt schon wird das Begrüßungsgeld für Neubürger in St. Ingbert – derzeit 200 Euro – nur noch in Form der neuen Einkaufsgutscheine ausgehändigt. Zehn Jahre lang ist ein gekaufter Gutschein gültig. Local Heroes verspricht zudem, dass pro 200 Euro, die über die Ladentheke gehen, ein Baum gepflanzt wird.

Verkaufsstellen in St. Ingbert finden sich im Internet unter localheroes.de/verkaufsstellen/, Einlösestellen unter localheroes.de/einloesestellen/ und die Links zu den Downloads der Local Heroes Apps und der Browser-Version unter localheroes.de/downloads/.all

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