„Sonst droht der Knockdown“

Frauen Union Wadern fordert sofortige Auszahlung der Überbrückungshilfe

Wadern. Friseuren, Kosmetikstudios, Fußpflege und Nagelstudios droht der Knockdown. Eine Umfrage der Frauen Union bei Waderner Geschäftsleuten und Dienstleistern offenbart Sorgen und Existenzängste.

Während überwiegend anerkannt wird, dass die Soforthilfe im ersten Lockdown 2020 die betroffenen Unternehmen schnell erreicht habe, sei es jetzt anders, weiß die Frauen-Organisation der CDU.

Die Befragten beklagten sehr hohe bürokratischen Hürden bei der Beantragung, so die FU-Vorsitzende Dr. Kathrin Müller. Das zeige sich auch daran, dass nur 30 Prozent der teilnehmenden Unternehmen die Hilfen überhaupt beantragt hätten.

In allen Fällen ist es jedoch so, dass nur bei einem Teil der Geschäfte und Betriebe die Novemberhilfe – wie die Überbrückungshilfe genannt wird – bisher überhaupt ausgezahlt wurde. In vielen Fällen seien es auch nur Teilbeträge der beantragten Summe.

Ohne Steuerberater kommt man kaum durch die Antragsformulare, so der Tenor bei fast allen befragten Waderner Geschäftsinhabern.

Die Frauen Union Wadern sieht daraus entstehende Existenzsorgen grundsätzlich bei allen betroffenen Geschäftsleuten und Unternehmen.

Joanna Reuter, selbst Unternehmerin, erläutert: „Wir können unsere Geschäfte und die damit verbundenen Kosten für Miete und Personal unter diesen Umständen kaum aufrechterhalten. Es ist eine Zumutung, dass wir so im Stich gelassen werden.“

Diese Aussage wird laut Frauen Union von allen befragten Unternehmen geteilt. Auch Hilfsmaßnahmen wie das Kurzarbeitergeld seien problematisch, wenn man darauf wochenlang warten müsse.

Insgesamt gestaltet sich das Ausmaß der finanziellen Sorgen der Betroffenen aber noch weitaus größer, erklärt die Frauen Union: Denn nicht nur im unternehmerischen Bereich fehle das Geld, sondern auch beim privaten Lebensunterhalt.

Wenn man das Stadtbild von Wadern betrachte, seien es gerade die kleinen, privaten Unternehmen, die im Ort wichtig seien. Es müsse dringend gehandelt werden, um zu verhindern, dass die kleinen Geschäfte für immer schließen.

„Das wäre ein Drama für die Betroffenen und für die ganze Stadt Wadern“, sagt Joanna Reuter stellvertretend für alle: „Wir erwarten von den zuständigen Ministerien, dass die Überbrückungshilfen sofort und unbürokratisch ausgezahlt werden.“

„Es ist höchste Eisenbahn“, tieht FU Vorsitzende Müller ein alarmierendes Fazit. red./am

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