Sommerreise gastiert in Itzenplitz

Ministerpräsident Tobias Hans besucht die historische Grubenanlage

HEILIGENWALD Zu einem Rundgang über die Historische Grubenanlage Itzenplitz hatte der Förderverein den Ministerpräsidenten des Saarlandes, Tobias Hans, anlässlich seiner Sommertour eingeladen.

Auf dem Programm standen die Besichtigung des alten Grubenbahnhofs von 1860, auf dessen Gelände die Familie Müller eine Hufschmiede und ein Hufschmiedemuseum betreibt. Weiterhin wurde das Pumpenhaus im Itzenplitzer Weiher von 1868 sowie die Waschkauen der Familie Kleer von außen in Augenschein genommen.

Auf dem RAG-Gelände der alten Grube machte sich der Ministerpräsident ein Bild von der Situation am ältesten Förderturm im saarländisch-elsässischen Kohlerevier von 1886 und ließ sich die Konzepte zur weiteren Nutzung des Areals erläutern.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir hier sehen, an industriellem und bergbauerischem Erbe unmittelbar zusammenhängt mit unserer Dichte an ehrenamtlichem Engagement“, zog Han ein erstes Resümee.“ Ohne den Zusammenhalt unter Tage, kein Zusammenhalt über Tage“, schlussfolgerte er weiter. Zuvor hatte Rüdiger Zakrzewski vom Förderverein einen kleinen historischen Abriss über die Geschichte der Grubenanlage Itzenplitz gegeben: „Der Steinkohlebergbau in Heiligenwald ist mindestens 500 Jahre alt, könnte aber auch älter sein“, so Zakrzewski. „Über 300 Pingen und Schürfen bilden das größte Pingenfeld im Saarland. Ausgebeutet wurde die zu Tage tretende Kohle bis nach dem zweiten Weltkrieg“, fuhr er fort.

„Heiligenwald ist der einzige verbleibende Ort im Saarland, in dem die drei Stufen des Steinkohlebergbaus, Pingen, Stollen und Seilfahrt in einem Umkreis von 300 Metern erlebbar sind“, stellte er die kulturhistorische Bedeutung heraus.

Die künftige Nutzung des Geländes durch eine Kindertagesstätte und ein Wohnprojekt auf einer Fläche von rund zwei Hektar, interessierte den Ministerpräsidenten besonders. Allerdings belaufen sich die Kosten für die äußere Erschließung auf rund eine Million Euro. Die denkmalpflegerische und denkmalgerechte Sanierung der historischen Grubenanlage würde mit weiteren 5,8 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die RAG sucht daher weitere Akteure, die sich an der Finanzierung beteiligen.

„Wir werden nicht jeden Standort im Saarland so ausgestalten können, dass er am Ende erhaltenswert ist und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Hier aber, zusätzlich zu dem privaten Engagement im Umfeld, ist das Ganze als Ensemble sehr erhaltenswert“, stellte der Ministerpräsident seine Unterstützung in Aussicht. jam

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