Solilauf: Teilnehmer trotzen Regen

Der Erlös geht in diesem Jahr an das Projekt „Wünschewagen“

ST. INGBERT 1 188 Teilnehmer, über 150 Helfer, 12 805 gelaufene Kilometer und jede Menge fröhliche Gesichter trotz nasser Sportkleidung - das ist die Bilanz des 14. Solilaufs im St. Ingberter Mühlwaldstadion. Bei strömendem Regen gab Landtagspräsident Stephan Toscani den Startschuss.

Schlamm und Pfützen machten das Rundendrehen zur Bewährungsprobe für die ohnehin schon geschundene Muskulatur. Doch trotz miesen Wetters war die Stimmung bei Läufern, Helfern und Zuschauern wieder einmalig. Der Veranstalter, die Gemeinde St. Pirmin und St. Michael in St. Ingbert, freute sich über jeden, der sich auch mit nassen Turnschuhen nicht vom Laufen für den guten Zweck abhalten ließ.

Der Erlös, der erst ausgezählt werden muss und beim Neujahrsempfang der Gemeinde bekannt gegeben werden wird, geht in diesem Jahr an das rein ehrenamtlich getragene und ausschließlich aus Spenden finanzierte Projekt „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes. Es erfüllt Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort.

12 805 gelaufene Kilometer

„Nächstenliebe ist eben nichts für Weicheier“, sagte Pfarrer Daniel Zamilski in dem Open-air-Gottesdienst, der in diesem Jahr zum ersten Mal nicht vor, sondern in dem großen Zelt stattfand und von der Schola „Neue Lieder der Gemeinde“ sowie der Band „Fine Tuning“ musikalisch begleitet wurde. Damit verbeugte er sich verbal vor allen Teilnehmern, die für die gute Sache im strömenden Regen liefen, um damit die Hilfsbedürftigen eben nicht im Regen stehen zu lassen.

Und auch Gabi Strobel vom Organisationsteam des Solilaufs war beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Läufer, einige sogar über die kompletten 24 Stunden: „Wir empfinden großen Respekt für alle, die an diesen beiden Regentagen uns, ihr Laufteam und letzten Endes den Wünschewagen nicht im Stich gelassen haben und sind stolz auf unsere Solilauf-Fan-Gemeinschaft.“ Einer stach mit seiner Leistung besonders hervor: Patrick Kaufmann kommt seit vier Jahren extra aus der Schweiz, um den Solilauf zu unterstützen. Er ist mit 144 gelaufenen Kilometern und einem 24-Stundenlauf auch der herausragende Sieger. Bei den Damen erreichte Sylke Weingärtner mit 78 Kilometern den ersten Platz. Das teilnehmerstärkste Team stellte wieder mit 113 Läufern die DJK St. Ingbert Fußball.

In jedem Jahr sind es die kleinen Geschichten der Nächstenliebe und die kreativen Ideen, die diesen Lauf zur einmaligen Veranstaltung machen: Patricia Wiesmeier hatte am Vorabend schnell zehn Türkränze gebastelt, um sie alle in ihrem Bauchladen für den guten Zweck verkaufen zu können. Das Team „HiOrg Server“ platzierte wieder eine Webkamera an der Bahn, so dass das Geschehen weltweit Tag und Nacht verfolgt werden konnte. Das Physio-Team von „Fitness Schurke Personal Training“ massierte die strapazierten Muskeln der Läufer gegen einen Spendenbetrag für den guten Zweck und coachte auch mit Warm-ups und Mobilitätsübungen. Die Kinderkirche St. Pirmin hatte einen „Wünschebrunnen“ aufgestellt. Wer dort Geld einwarf, durfte sich etwas wünschen. Selbstlos waren wie immer auch die Bands, die ohne Gage das Publikum begeisterten: The Shorties, AJR Broject, Underfrog, Fine Tuning, der Shanty-Chor „Marinekameradschaft Prinz Eugen“ und Iragazzi deckten die gesamte Bandbreite von Pop- und Rockmusik, über italienischen Schlager bis hin zu Seemannsliedern, ab. So viele Läufer und zahlreiche Besucher mussten natürlich auch verköstigt werden. Hier freute man sich nicht nur über die vielen Kuchen- und Salatspenden, sondern auch über die Popcorn-Maschine der Kreissparkasse Saarpfalz und den veganen Indian Bowls von WorldFoodTrip, deren Erlös ebenso in die Spendensumme einfließen wird. Der Solilauf hat nun auch Nachahmer in Benin in Afrika gefunden. Der 10-Stundenlauf in Bassila, wo 2012 der Erlös hinging, soll die Menschen für Sport begeistern. red./st

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