Skatepark im Wagwiesental

Bei einer Ortsbegehung wurden Lösungen für die Renovierung gesucht

NEUNKIRCHEN Mitglieder des Jugendbeirats haben sich an der Skateanlage im Wagwiesental zu einer Ortsbegehung getroffen. Dort fand ein Austausch mit dem städtischen Leiter der Abteilung „Entsorgung und technische Dienste“ Harald Schmidt und Vertretern des Skateboardvereins Neunkirchen statt.

Ziel des Treffens war es, eine Lösung für den maroden Skatepark zu finden. Die Ausstattung des Parks ist mittlerweile sehr spärlich, hiervon ist nur noch eine Halfpipe übrig geblieben. Da außerdem die alte Teeroberfläche mit Schlaglöchern durchsetzt und insgesamt sehr uneben ist, stellt sie insbesondere für Kinder ein Sicherheitsrisiko dar. An Stellen, wo vorher Elemente standen, schauen alte Fundamente heraus oder ganze Teilflächen haben sich um mehrere Zentimeter abgesetzt.

„Um eine grundlegende Erneuerung des kompletten Parks wird man nicht herumkommen“, so Harald Schmidt.

Zur Debatte stand, ob eine Erneuerung der Asphaltdecke und das Aufstellen neuer und alter Elemente den Anforderungen an einen modernen Skatepark gerecht werden kann.

„Diese Bauweise entspricht nicht mehr dem aktuellen Standard“, stellt der Vorsitzende des Neunkircher Skateboardvereins, Olli Drechsler klar. Heutzutage werden Skateparks komplett in Betonbauweise erstellt. Das heißt, dass die Elemente direkt beim Bau in den Beton eingebaut werden und Formationen direkt aus Beton gegossen werden. Anlagen dieser Bauart weisen eine deutlich längerer Nutzungsdauer auf und sind in der Unterhaltung wesentlich günstiger, da beispielsweise keine „Holzelemente“ ausgetauscht oder neu lackiert werden müssen. Ein weiterer wesentlicher Vorteil einer Beton-Lösung liegt in der deutlich geringeren Lärmbelastung bei Benutzung, da nicht auf Holzbrettern mit Hohlraum gefahren wird, sondern auf massivem Untergrund.

In Neunkirchen hat sich gerade ein Skateboardverein gegründet, dem bei Gründung schon über 40 Mitglieder angehören. Um dieser Gruppe an Kindern und Jugendlichen angemessene Trainingsmöglichkeiten vor Ort zu bieten, ist es nach der Einschätzung des Jugendbeirats dringend notwendig in der Stadt diese Möglichkeit bereit zu stellen. „Bisher müssen die vielen Skater in die Skatehalle des Jugendzentrums „Haus am See“ in Wiebelskirchen oder auf andere Skateparks in der Region, zum Beispiel nach St. Wendel, ausweichen.“, erläutert Olli Drechsler.

„Die aktuelle Situation im Wagwiesental ist für die zweitgrößte Stadt im Saarland ein Armutszeugnis. Viele, auch deutlich kleinere, Gemeinden bieten ihren Jugendlichen wesentlich bessere Bedingungen. Wir sollten das wachsende Interesse in Neunkirchen am Skaten und Aktivitäten im Freien fördern und endlich einen Skatepark bauen, der heutigen Standards gerecht wird“, so der Vorsitzende des Jugendbeirats Julian Sieren (Mitte).

Besonders hervorzuheben ist auch der integrative Charakter, den eine solche Skate-Anlage entfalten kann. Viele Kinder aus Zuwanderfamilien oder Flüchtlinge kommen beim gemeinsamen Skaten mit anderen Jugendlichen zusammen und knüpfen Kontakte. „Jugendliche brauchen einen Ort, an dem sie sich außerhalb der Schule und vom Zuhause treffen und ihren Freizeitaktivitäten nachgehen können.“, so Sieren weiter.

Die Neunkircher Skategemeinde ist nicht nur groß, sondern auch erfolgreich. Benedikt Schmidt zum Beispiel, Mitbegründer des Skatevereins, kann bereits auf viele erfolgreiche Platzierungen nationaler Skatewettbewerbe zurückblicken.

Vor dem Hintergrund, dass Skateboard 2020 erstmals Disziplin bei den olympischen Sommerspielen in Tokyo sein wird, wird der Sportart in den nächsten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit zukommen. „Wir müssen auf diese Entwicklungen reagieren. Nicht zuletzt durch die Aufnahme in das olympische Programm wird sich das Skateboard klar in der Gesellschaft etablieren. Eine angemessene Trainingsstätte sollte also das Mindeste sein, was eine Stadt zur Verfügung stellen kann“, so Sieren abschließend.

Für solche Projekte können außerdem hohe Fördergelder aus EU-, Bundes- und Landesmitteln erzielt werden.

Der Jugendbeirat wird nun alle Fraktionen im Stadtrat ansprechen, um für die Maßnahme werben, damit in den anstehenden Haushaltsverhandlungen Gelder bereitgestellt werden.red./eck

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