Sicherheit in Neunkirchen

Oberbürgermeister Jörg Aumann richtet sich in Brief an Innenminister Klaus Bouillon

NEUNKIRCHEN Oberbürgermeister Jörg Aumann hat sich in der vergangenen Woche aufgrund zweier Raubüberfälle in der Kernstadt Neunkirchens in einem Brief an Innenminister Klaus Bouillon gewandt. „Sicherheit, also den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Gewalt, kann nur die Vollzugspolizei des Landes gewährleisten“, begründet OB Aumann den Schritt zur Kontaktaufnahme zum Innenminister.

Zuletzt wurde am Sonntag, 24. November, gegen 23.30 Uhr eine Frau in der Lindenallee überfallen. Wenige Tage zuvor am Dienstag, 12. November, zwischen 21 und 22 Uhr, war bereits eine Frau Opfer eines Raubüberfalls in der Brückenstraße geworden. Vorangegangen waren im Jahr 2019 weitere Fälle mit Körperverletzung im Stadtzentrum von Neunkirchen.

Zwar sei die Zahl der registrierten Straftaten in der Innenstadt Neunkirchens im vergangenen Jahr um elf Prozent zurückgegangen, aber viele Menschen fühlten sich zunehmend in Neunkirchen nicht mehr sicher. OB Aumann: „Dieund Bürger Neunkirchens erwarten zu Recht, dass sich solche Vorkommnisse in der Zukunft nicht wiederholen.“

Aumann möchte die Kooperation zwischen Vollzugspolizei des Landes und dem städtischen kommunalen Ordnungsdienst (KOD) vertiefen: „Die Zusammenarbeit ist aus städtischer Sicht sehr gut. Die aktuellen Vorkommnisse und Situation machen es aus meiner Sicht aber notwendig, diese Kooperation zu intensivieren und auszubauen.“

Konkret schlägt die Stadt vor, die Zahl der gemeinsamen Streifengänge zwischen Vollzugspolizei und KOD zu erhöhen. Auch eine zeitliche Arbeitsteilung von Vollzugspolizei und KOD (etwa Streifen durch die Innenstadt am Tag durch den KOD und in der Nacht durch die Vollzugspolizei) sei denkbar. Eine weitere Möglichkeit könnte der Bezug von Büros durch die Vollzugspolizei in der City-Wache an einem etwaigen neuen Standort in der Bahnhofstraße sein.

Die Stadt wolle sich mit dem Innenministerium bzw. der Polizei hierzu abstimmen und sei offen für Vorschläge der Landesseite, um die Sicherheitssituation in der Innenstadt zu verbessern. „Notwendig erscheint es mir aber, die Präsenz der Vollzugspolizei in der Innenstadt zu erhöhen, insbesondere abends am Wochenende“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Stadt habe ihren KOD in den vergangenen Jahren auf inzwischen zwölf Mitarbeiter ausgebaut. Diese Aufstockung sei ein wichtiger Beitrag der Kreisstadt zur Sicherheit in Neunkirchen, könne aber die Präsenz der Vollzugspolizei nicht kompensieren. Das Schreiben sei „nicht als Kritik an der Arbeit der Polizei zu verstehen. Aus meiner Sicht leistet die Polizei eine gute Arbeit, die in Neunkirchen weiter ausgebaut werden sollte, etwa durch eine tägliche Streife“, sagte Aumann.red./eck

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