Sich vor dem plötzlichen Herztod schützen

Kardiologen des Klinikums Merzig informierten im Rahmen der Herzwoche

MERZIG Um den plötzlichen Herztod und darum, wie man sich davor schützen kann, ging es bei einem Seminar für Patienten, Angehörige und Interessierte im Klinikum Merzig im Rahmen der „Deutschen Herzwoche“ Informationen aus erster Hand gab es für die mehr als 50 Gäste im Alten Casino von den Kardiologen Dr. Rainer Breit und Dr. Soufyane Yataghene.

Die Ursachen, die zum plötzlichen Herztod führen

Dr. Breit, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, beleuchtete die Ursachen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Dies können Herzinfarkte, plötzlich auftretende Rhythmusstörungen durch Verschleiß, chronische Rhythmusstörungen, aber auch eine Lungenembolie sein.

Bei jüngeren Menschen lägen oft auch genetisch bedingte Herzerkrankungen vor. Darüber hinaus könnten verschiedene Kombinationen von Medikamenten zu Problemen führen. Um dies zu vermeiden empfiehlt Breit: „Lassen sie ihren Arzt zur Sicherheit auf ihre gesamte Medikation draufgucken“.

Oberarzt Soufyane Yataghene sprach darüber, wie man sich vor einem plötzlichen Herztod schützen kann und informierte über die verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie. Beispielsweise profitiert eine bestimmte Gruppe von Patienten von einem Defibrillator, der unter die Haut implantiert wird, andern Patienten kann mit einer Ablation von vernarbtem Herzmuskel-Gewebe geholfen werden. Entscheidend sei es aber auf jeden Fall, die Risikofaktoren für eine Herzerkrankung zu vermeiden: Hoher Blutdruck, Übergewicht, Diabetes und hohe Cholesterinwerte. Und ganz wichtig: „Sport treiben, aber nicht übertreiben!“, empfahl Yataghene. Aufschluss darüber, wie weit man beim Sport gehen können, gebe eine sportmedizinisch-kardiologische Untersuchung, mit der man sich absichern können.

Bewegung ist das wichtigste Mittel, um einem plötzlichen Herztod vorzubeugen. Die beiden Kardiologen empfehlen fünfmal in der Woche 30 Minuten Bewegung im Trainingsbereich oder 10000 Schritte am Tag. „Dazu eine gute Ernährung im mediterranen Stil, und sie haben 70 Prozent der Herzinfarkte vermieden“, sagt Chefarzt Breit.

Bewegung – das wichtigste Mittel, um vorzubeugen

Was tun, wenn jemand umkippt? „Laut rufen und sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen“, sagt Chefarzt Breit. Die Herzdruckmassage sei das Wichtigste in der „Ersten Hilfe“ beim plötzlichen Herztod, und sie dürfe nicht unterbrochen werden, damit das Gehirn keinen Schaden aufgrund einer mangelnden Sauerstoffversorgung nehmen kann. „Drücken sie einfach auf die Mitte der Brust und drücken sie 110 Mal pro Minute empfiehlt er. „Seien sie mutig! Das einzige was sie falsch machen können, ist nichts zu tun!“red./ti

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