Seit 30 Jahren Unesco Projektschule

Illtal-Gymnasium sieht sich interkulturellem Engagement verpflichtet

ILLINGEN 1989 bis 2019: Das Illtal-Gymnasium ist seit 30 Jahren Unesco Projektschule

Unesco Projektschule zu sein, bedeutet vor allem vier Dinge: Schülerinnen und Schüler lernen, Wissen zu erwerben. Sie lernen zu handeln, sie lernen für das Leben – und sie lernen, zusammenzuleben.

Diese vier Grundsätze tragen die Arbeit der Unesco Projektschulen.

Dabei richten sich Unterricht und schulisches Leben genauso wie zusätzliche Angebote und das Leitbild der Schulgemeinschaft an verschiedenen Schwerpunkten aus. Menschenrechts- und Demokratiebildung, interkulturelles Lernen und das Zusammenleben in Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung sind dabei ebenso wichtig wie die umfassende Bildung von Weltbürgern, die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken des digitalen Zeitalters und die Welterbeerziehung.

Der Weg des Illtal-Gymnasiums zur Unesco Projektschule begann 1987, als der damalige Kultusminister Breitenbach gleich sechs saarländische Schulen zur Anerkennung vorschlug.

Dabei war das IGI durch ganz verschiedene Projekte und Aktivitäten in das Interesse der Unesco gerückt. Die Schule gewann für die Erarbeitung einer Ausstellung und Broschüre einen Preis beim Schülerwettbewerb „Jüdische Bürger – Wirken und Spuren in unserer Gemeinde“ unter Leitung des damaligen Schulleiters Robert Kirsch. Schulpartnerschaften und Kontakte zu Schulen in Ungarn, der DDR, Frankreich und Italien belegten das große interkulturelle Engagement.

Die AG Dritte Welt – Aktion Palca war im peruanischen Andendorf Palca seit 1987 mit dem Bau eines Schulzentrums für heute über 1000 Schüler erfolgreich.

Das IGI war aber nicht nur global, sondern auch lokal eng vernetzt und als Nachbarschaftsschule stets präsent. Am 8. August 1989 machte die Ernennungsurkunde das IGI zur ersten anerkannten saarländischen Unesco-Schule.

Vor genau 30 Jahren wurde damit das Profil dieser Schule offiziell, das bis heute viele Menschen der Gemeinde prägt. Das IGI steht auch heute noch für eine Schulkultur des gemeinsamen Lernens und Lebens, für Offenheit, Vielfalt und Toleranz und für die Verantwortung junger Menschen sich selbst und der Welt gegenüber. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde ist heute immer noch Thema im Unterricht, die Aktion Palca verfolgt weiterhin das Motto der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Jedes Jahr verlassen junge Menschen das IGI mit einem AbiBac. Die Partnerschule in Nancy ist ebenfalls Unesco Projektschule, das IGI ist ausgezeichnet als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, unsere Schüler bewegen sich und die Welt im Rahmen des Modellprojekts sportbewegte Schule, die Schülervertretung ist couragiert und demokratisch.

Viel ist passiert in den letzten drei Jahrzehnten. Wir stehen auch weiterhin ein für eine Kultur des Friedens und der nachhaltigen Entwicklung und sind stolz, als älteste saarländische Unesco Projektschule mit neuen Ideen ins Schuljahr zu starten. red./am

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de