Sehenswertes zum Jubiläum

40 Jahre Bundesfilmfestival Natur in Blieskastel

BLIESKASTEL Im Protokoll über die Vorstandssitzung des damaligen „Amateur- Filmclubs-Würzbach“ am 19. Januar 1976 ist zu lesen: „Jürgen Baquet regt an, einen Wettbewerb für Tierfilme einzurichten. Die Idee fand bei den anwesenden Vorstandsmitgliedern großes Interesse.“ Bereits ein halbes Jahr später wurde in der Bliesgaufesthalle in Blieskastel vom 15. bis 17. Oktober und mit 58 gemeldeten Filmen der „1. Deutsche Tierfilmwettbewerb“ durchgeführt und ein Jahr später der zweite, beide noch in Eigenregie. Nach einer Pause 1978 waren erstmals 1979 die besten deutschen Tier- und Naturfilmer nach Blieskastel eingeladen, offiziell, denn mittlerweile war das Festival als Bundeswettbewerb ins Programm des Dachverbandes BDFA (heute Bundesverband Deutscher Film-Autoren) aufgenommen worden. Seitdem treffen sich die Spezialisten dieses Themenbereichs regelmäßig am vierten Wochenende nach Ostern zum Wettbewerb – in diesem Jahr nun bereits zum 40. Mal. Nicht allein das ist außergewöhnlich, sondern auch die Tatsache, dass von Anfang an der gleiche Festivalleiter die Fäden zieht: der BDFA-Landesverbandsvorsitzende und AFW-Clubleiter Jürgen Baquet. So etwas gab es im BDFA bisher noch nie. Als Gründe für diese lange und erfolgreiche Zeit nennt Baquet, dass die Stadtverwaltung Blieskastel von Anfang an mit im Boot war, ebenso das saarländische Umweltministerium.

Jürgen Baquet Leiter von Beginn an

Mit einem Augenzwinkern vermerkt er, dass das Festival in der Zeit elf Umweltminister erlebt habe. Außerdem stehe ein eingespieltes Team seines Filmclubs AFW Blieskastel hinter ihm, auf das er sich hundertprozentig verlassen könne. Nicht unerheblich sei, dass in der Jury auch stets „Nicht-BDFA-ler“ vertreten seien und seit nunmehr 15 Jahren der gleiche Juryleiter, Dr. Erich Lutz, den Vorsitz führe. Und überhaupt seien Naturfilmer ein besonderer Menschenschlag mit einer außergewöhnlichen Begeisterung für Film und Natur. Nun also die 40. Veranstaltung von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. April in der Bliesgaufesthalle. Insgesamt 27 hochklassische Filme kommen an den drei Tagen, aufgeteilt in Blocks, zur Vorführung, der längste mit 20 Minuten, viele aber nur 10 Minuten oder kürzer. Die Wandlung vom reinen Tier- zum Naturfilm mit all seinen Facetten ist auch diesmal wieder zu erkennen. Den acht Tierportraits und fünf Beobachtungen in der Natur stehen 14 Filme gegenüber, die sich mit Landschaften oder Naturschutz befassen. Die Autoren filmten hier in Deutschland oder reisten beispielsweise bis in den Etosha-Nationalpark.

Nach einer Neuorientierung im vergangenen Jahr werden die besten Filme nicht mehr, wie bei anderen Bundesfestivals noch üblich, mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet. Jeder Autor erhält eine Festivalmedaille, die besten Werke werden mit einem silbernen Schmetterling belohnt, der Wettbewerbssieger gewinnt als Hauptpreis den goldenen Schmetterling. Jürgen Baquet: „Die Preisvergabe ist bei uns nicht der hektische Abschluss eines langen Festivals, sondern sein Höhepunkt“. Die findet am Sonntag, 29. April, ab 10 Uhr im Rahmen des „Morgens der Schmetterlinge“ statt, wo alle Siegerfilme noch einmal gezeigt werden. Der Eintritt dazu, wie auch zu allen Filmvorführungen, ist frei. Im Programm ist folgender Ablauf vorgesehen: Freitag, 27. April, 15 Uhr Eröffnung des Festivals durch Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, anschließend Vorführung des ersten Filmblocks. Um 19 Uhr ist die Bevölkerung eingeladen zu einem Abend mit dem aus Niederwürzbach stammenden Ehrengast Bernhard Henrich (Berlin). Er ist deutsches Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Unter dem Motto „BDFA trifft Hollywood“ wird er mit Bildern und Filmen über seine aufregende Arbeit als Set-Decoration-Director bei großen Hollywood-Produktionen berichten. Der Eintritt kostet 6 Euro. Am Samstag, 28. April, 9 Uhr ist die Vorführung Block zwei, 11 Uhr Block drei, 14 Uhr Block vier, 15.45 Uhr Block fünf. all

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