Schule und Straße umbenannt

Pfarrer Arnold Fortuin wurde ein Denkmal gesetzt

ILLINGEN Der Bundestag beschließt 2019, den Antiziganismus endlich bekämpfen zu wollen. Der ehemalige Pfarrer und Religionslehrer von Illingen, Arnold Fortuin, der 1965 als Seelsorger der Sinti und Roma in Deutschland ernannt wurde, hatte den heutigen Politikern schon einiges voraus. Er verachtete das Nazi-Regime und unterstützte Sinti und Roma bei der Flucht.

Er initiierte bereits vor 64 Jahren die „Zigeuner Wallfahrt“ zur Bergkapelle „Zu den sieben Schmerzen Mariens“ in Illingen. Ihm zu Ehren wurde die Gemeinschaftsschule offiziell in Fortuin–Schule umgetauft. Neu auch die Straßenbezeichnung des bisherigen „Schwarzen Wegs.“ Diese Straße heißt jetzt Arnold-Fortuin-Straße.

Zu diesem feierlichen Anlass waren Sinti und Roma angereist, unter ihnen Jan Opiéla aus Köln, Nationaldirektor für Roma, Sinti und verwandte Gruppen. Der Trierer Weihbischof Robert Brahm, Pfarrer Dietmar Bell, die Kantorin Eva-Maria Fortuin (Nichte des 1970 verstorbenen Pfarrers) und weitere Familienmitglieder sowie Vertreter der Schule, Gemeinde und des Kreises wohnten ebenfalls der Feier bei, die mit einem Wortgottesdienst in der Bergkapelle eröffnet wurde.

Die Fortuin-Nichte bereicherte die Feier durch ihren Solo-Gesang. Ganz besonders auch die musikalische Begleitung mit Gipsy Jazz durch die aus Frankreich angereiste Gruppe „Torino Reinhardt und Ensemble.“

Nach dem festlichen Gottesdienst fand die Umbenennung der Straße mit Enthüllung des Straßenschildes statt. Bürgermeister Armin König informierte, dass der Anstoß für dieses Projekt ein Wohnprojekt für Sinti und Roma in Berlin-Neukölln gewesen sei. „An diesem Wohnprojekt federführend beteiligt war der Wustweiler Benjamin Marx.“

Das Gebäude wurde Arnold-Fortuin-Haus genannt. So hätte man sich auch in Illingen wieder an den früheren Pfarrer erinnert, der wegen seiner „Zigeunerfreundlichkeit“ nicht unumstritten gewesen wäre.

Die Gemeinschaftsschule unter der Leitung von Burkhard Maurer setzte sich ebenfalls mit dem Wirken von Arnold Fortuin auseinander und stellte beim Landkreis den Antrag auf Umbenennung der Schule, was befürwortet wurde. Der Illinger Ortsrat machte sich für die Umbenennung der Straße stark.

Abgerundet wurden die Festivitäten rund um Arnold Fortuin in der Aula der Schule. Hier präsentierten die Schüler die Ergebnisse ihrer Recherchen über Arnold Fortuin. ma

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