Schüler erleben ihr blaues Wunder

Meeresbiologin Dr. Frauke Bagusche zu Gast an der Martin-Luther-King-Schule

SAARLOUIS Betroffen blicken die Schüler auf das Foto eines verendeten Seevogels. Ursache: bunte Styroporstücke und Plastikdeckel, die für vermeintliches Futter gehalten wurden. „Dieses Schicksal teilen Jahr für Jahr Tausende seiner Artgenossen“, erklärt die Gastrednerin ihren jungen Zuhörern. Ganz anders die Reaktion bei dem nächsten Bild, auf dem ein weißer Sandstrand und türkisfarbenes Meerwasser zu sehen sind. Doch nicht lange hält die Begeisterung an: Mit dem nächsten Klick der Vortragenden werden die Schülerinnen und Schüler mit der Realität konfrontiert.

Der gleiche Strandabschnitt übersät mit Plastiktüten, Bechern und Flaschen – von Urlaubsparadies keine Spur mehr. „So würde es in diesem Bereich der Insel immer aussehen, wenn nicht schon am frühen Morgen hoteleigene Reinigungsteams den Müll einsammeln würden, bevor die Feriengäste zum Strand kommen“, erläutert Frauke Bagusche.

In ihrem neuesten Buch „Das blaue Wunder“ beschreibt sie erstaunliche Vorgänge, die unter Wasser passieren, z.B. wie Fische miteinander kommunizieren oder wie das nächtliche Leuchten unter Wasser zu erklären ist. Gerade wegen der Faszination, die von den Ozeanen ausgeht, hat sie sich zur Aufgabe gemacht, auf die Gefahr hinzuweisen, die mit der Verschmutzung der Meere verbunden ist.

Auf die Frage, woher der viele Müll komme, verweist die Meeresbiologin auf vier asiatische und zwei afrikanische Flüsse, die Unmengen an Plastikmüll in die Meere transportierten und so in Verbindung mit Meeresströmungen zur Entstehung von Plastikteppichen führten.

Ergänzend weiß eine Schülerin zu berichten, dass die Plastikteile mit der Zeit immer stärker in kleinste Teile zerlegt und so von Fischen und Plankton aufgenommen werden. Damit gelangten die Plastikpartikel und die darin enthaltenen Giftstoffe schließlich in die Nahrungskette, an deren Ende der Mensch stehe und erkranken könne.

Gegen Ende des Vortrages machten viele Schüler Vorschläge, wie der Plastikverbrauch reduziert werden könne: Pausenbrote in Frühstücksboxen einpacken, Papiertüten statt Plastikbeutel verwenden oder eigene Taschen zum Einkaufen mitnehmen.

Schulleiter Udo Ulrich war mit der Veranstaltung sehr zufrieden und verwies damit auf das pädagogische Konzept der Martin-Luther-King-Schule, das darauf ausgerichtet sei, bereits die Schüler der Klassenstufe fünf zum verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen zu erziehen. red./jb

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