Rock meets Klezmer am Albert-Einstein-Gymnasium

VÖLKLINGEN Schülerinnen und Schüler der Bandklassen 7 nahmen am „Meet Klezmer!“-Projekt teil, einem interkulturellen Musik- und Begegnungsprojekt zur Christlich-Jüdischen Woche der Brüderlichkeit zusammen mit Helmut Eisel, dem jüdischen Kantor Benjamin Chait und Musikern aus Israel. Eisel absolvierte 1974 sein Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium und ist inzwischen einer der vielseitigsten und interessantesten Klarinettisten Europas. Aber was bedeutet Klezmer? Klezmer ist eine Transkription von hebräisch kli (Gefäß) und zemer (Lied, Melodie), also „das Gefäß des Liedes“, so erklärte Eisel diesen Begriff den Schülerinnen und Schüler, die einen Vormittag in der Saarbrücker Synagoge verbrachtem, um u. a. gemeinsam mit den beiden israelischen Musikern Emuna Stein (Flöte) und Orian Shukrun (Klavier, Komposition) ein außergewöhnliches Konzert vorzubereiten, das in der Schule stattfand. Die Konzertbesucher erfuhren die Tiefgründigkeit von „Klezmer“ gleich zu Beginn, indem Eisel das Publikum aufforderte, einen vorgegebenen Ton zu summen, über dem sich dann leise Klarinetten- und Querflötenmelodien verwoben. Immer mehr Instrumente setzten ein und so entstand aus einem improvisatorischen Beginn das Stück „Rondo“.

Im weiteren Verlauf gaben die Instrumentalisten mehrere Klezmer-Stücke zum Besten, die die Virtuosität der Spielenden unterstrichen. Auch der Gesang des Kantors versprühte einen Zauber, der die Zuhörer ergriff. Ein weiteres Highlight: „Miserlou“, das wieder von den Bandklassen und Sophie Benashvill an der E-Gitarre musiziert wurde. Zum krönenden Abschluss sangen alle das Lied „Eli Ata“ (Du bist mein Gott), und mit leisen Querflöten- und Klarinettenmelodien wurde der Bogen zum Anfang gespannt: Klezmer, das Gefäß des Liedes.

Das Projekt, mit dem die ­Teilnehmenden mit der „Sprache der Musik“ ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzten, wird noch lange in Erinnerung bleiben.

red./jb/Foto: Schule

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