Restflächen

Galeriegespräch am 15. März im KuBa

SAARBRÜCKEN Am Donnerstag, 15. März, führt Andreas Bayer um 19 Uhr ein Gespräch mit Mathilde Dieudonné und Tobias Heitz, die aktuell mit der Ausstellung „Restflächen – Surfaces résiduelles“ in der Galerie im KuBa zu Gast sind.

Die Galerie im KuBa zeigt ein grenzüberschreitendes Fotografieprojekt, das sich dem industriellen Kulturerbe im Saarland und in Lothringen widmet. Auf Initiative des Goethe-Instituts in Nancy und der Association Surface Sensible beschäftigten sich Mathilde Dieudonné und Tobias Heitz, zwei junge Absolventen der Kunsthochschulen in Nancy und Saarbrücken, mit Relikten der Industriekultur im Saarland und in Lothringen. Im Medium der Fotografie lassen die beiden Künstler mit sensiblem Blick sowohl die gegenwärtigen Zustände industrieller Stätten als auch die Transformationsprozesse des Verfalls sichtbar werden.

Die über Jahrhunderte andauernde gemeinsame Industriegeschichte der Grenzregion prägte die Lebenswirklichkeit sowie das Selbstverständnis der Bevölkerung. Mit dem Niedergang der Montanindustrien in den 1980er Jahren setzte ein weitreichender, bis heute nicht abgeschlossener Strukturwandel ein, bei dem industrielle Anlagen anderweitig genutzt oder aufgegeben wurden.

Tobias Heitz dokumentiert in Schwarzweiß-Fotografien Details von Industrieanlagen und zeigt in der Objektauswahl und in der Definition des Bildfeldes die besondere ästhetische Qualität montanindustrieller Relikte.

Mathilde Dieudonné beschäftigt sich mit den Innen- und Außenräumen verlassener Industrieanlagen, die in Langzeitbelichtung während der Dämmerung aufgenommen wurden. Die atmosphärisch dichten Fotografien offenbaren gleichermaßen den morbiden Charme wie auch die abgründige Schönheit von ehemaligen Industrieanlagen in Lothringen. In der künstlerischen Tradition von Bernd und Hilla Becher, die ab 1959 europaweit Industriebauten fotografisch dokumentierten, werfen Dieudonné und Heitz einen neuen Blick auf industriekulturelle Denkmäler der Grenzregion und vergegenwärtigen mit bildkünstlerischen Mitteln identitätsstiftende Orte der jüngeren Vergangenheit. Die Ausstellung ist noch bis 25. März zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10 bis 15 Uhr, Donnerstag und Sonntag, 15 bis 18 Uhr, Montag und Samstag geschlossen. Der Eintritt ist frei. red./sh

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de