„Resteliste“ ersetzt nicht den Impftermin

Auch die Priorisierung bei der Verimpfung von Restimpfstoffen wird nicht aufgehoben

Zweibrücken. Immer häufiger herrscht im Impfzentrum der Stadt Zweibrücken Verwirrung darüber, ob durch die Eintragung in die sogenannte „Resteliste“, auch ein Anspruch entsteht durch das Impfzentrum tatsächlich kontaktiert und priorisiert geimpft zu werden. „Das ist nicht der Fall!“ erklärt Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza. Die Resteliste diene dem Impfzentrum zur Absicherung, um zu verhindern, dass es zum Verwurf von Impfdosen kommen muss.

Aus der Eintragung in diese lokale Liste entsteht kein Anspruch auch tatsächlich kontaktiert zu werden und die Eintragung ersetzt auch in keinem Fall die reguläre Anmeldung zur Vergabe eines Impftermins des Landes Rheinland-Pfalz.

Ebenso wird die Priorisierung bei der Verimpfung von Restimpfstoffen nicht aufgehoben. Die Maßgaben der STIKO-Empfehlung bezüglich der Verwendung von Impfstoffen verschiedener Hersteller bleibt ebenfalls bestehen.

„Hintergründe dabei sind, dass nur über die Terminvergabe garantiert ist, dass die Personen sicher einen Termin bekommen und anhand der geltenden Priorisierungsreihenfolge berücksichtigt werden. Würde man sich nur auf die Resteliste verlassen, könnte dies dazu führen, dass es entweder später, schlimmstenfalls sogar nie zu einer regulären Terminvergabe kommt“, erklärt Matthias Freyler, Leiter des Zweibrücker Impfzentrums.

Die Einzeldosen werden im Impfzentrum so vorbereitet, dass diese zeitgerecht mit den ankommenden Patienten zur Verfügung stehen. Im organisatorisch ungünstigsten Fall muss für den letzten einbestellten Patienten ein neues Vial (Mehrfachgebinde) angebrochen werden. Lediglich angebrochene Vials müssen noch am gleichen Tag verimpft werden. Es kann hierdurch zu einer maximalen Anzahl von bis zu 9 Restdosen am Tag kommen.

Maximal neun Restdosen

pro Tag

Viele Menschen nehmen an, dass wenn mehrere Patienten ausfallen, am Ende des Impftages in der gleichen Anzahl vorbereitete Spritzen verbraucht werden müssten. Dies ist aus den oben genannten Gründen nicht der Fall. Hierbei muss man zwischen den lokal anfallenden Restdosen in den Impfzentren und aufgrund anderer Umstände aufgetretener Ausfälle von Kontingenten unterscheiden.

Die durch Absagen und Nicht-Erscheinen ausgelösten Ausfälle werden zentral ans Land kommuniziert und durch die Impfdokumentation nachterminiert. Ausgefallene Termine werden also in den darauffolgenden Tagen durch ein Mehr an Terminvergaben kompensiert. „Alleine diese Verfahrensweise stellt sicher, dass auf der regulären Terminvergabeliste des Landes wartende Menschen nicht durch lokale Strukturen benachteiligt und „überholt“ werden. Hierbei ist zu bedenken, dass es Menschen im Terminpool des Landes gibt, die schon längere Zeiträume auf ihren Termin warten“, erläutert Matthias Freyler.

Die lokal anfallenden Restdosen müssen weiterhin in der Prioritätsreihenfolge verteilt werden. Täglich wird durch das Impfzentrum also bei Bedarf zwingend geprüft, ob Personen der Prioritäten 1 und 2 erreichbar sind. Erst danach ist es möglich, die Altersgruppe der 60-69-Jährigen, die sich in Priorität 3 findet, zu berücksichtigen.

In Bezug auf eine Auswahl der Impfstoffe ist zu erwähnen, dass es auch bei der Verimpfung von Restdosen keine Möglichkeit gibt, den persönlich favorisierten Impfstoff zu erhalten. Es kam häufiger vor, dass Bürger, die den AstraZeneca-Impfstoff ablehnten, um eine Aufnahme auf eine Biontech-Warteliste ersuchten. Eine solche Liste gibt es nicht. Grundsätzlich werden Personen vorhandene Reste gleich welchen Impfstoffes, der nach der STIKO-Empfehlung für sie zugelassen ist, angeboten. red./jj

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