Rennen für die Geschichtsbücher

Michael Bohrer aus Merzig belegte auf dem Nürburgring Platz 2 in der Klasse H2

MERZIG/NÜRBURG Das Fahrerlager am Nürburgring bot ein ungewohntes Bild, hatte der Veranstalter aufgrund der Hygiene- und Abstandsregelungen ein Konzept gefunden, welches eine ungewöhnliche Boxengasse erforderte. Dank der Bemühungen war es möglich, die Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie mit Verspätung zu beginnen. Der Tenor nahezu aller Teams war, dass dieses Konzept ein voller Erfolg war.

Bohrer: „Coole Lösungen für die Boxengasse“

So lobt Michael Bohrer aus Merzig nach dem Rennen nicht nur die Organisation, sondern auch die Fans: „Die Boxengasse im Fahrerlager war natürlich für uns alle etwas Neues, doch bot sie uns genügend Platz, um zu arbeiten und Abstand mit den anderen Teams zu halten. Ziemlich schnell waren wir uns einig, dass dies eine coole Lösung ist, die es uns ermöglicht endlich Rennen in der Grünen Hölle zu fahren. Die Aufrufe an die Fans zuhause zu bleiben haben geholfen. Super, dass sich diese dann auch so gut daran gehalten haben. Somit steht weiteren Rennen hoffentlich nichts im Weg. Ein großes Danke an die Motorsport-Fangemeinde, auch wenn es euch sicher schwergefallen ist.“

Für den Renault Clio RS von „Avia Racing“ begann die Saison unter Corona-Bedingungen mit einem Wechselbad der Gefühle. Die Mannschaft hatte bei der „51. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy“ am 27. Juni noch mit Technikproblemen zu kämpfen. Der Samstag begann für den Clio RS bereits mit Problemen, so konnte nicht die volle Motorleistung abgerufen werden.

Unbeirrt hiervon stellte Michael Bohrer das Auto auf den dritten Platz im „Grid“. In der Reparaturpause zwischen Zeittraining und Rennen wurde geschraubt bis zur letzten Minute um den Fehler zu beheben.

Michael Bohrer schildert den Rennverlauf so: „Den Start fuhr mein Teamkollege Stephan Epp aus Wuppertal. Am Anfang konnte er mit der Spitze mit halten. Er musste jedoch rasch feststellen, das es dem Auto wieder an Leistung fehlte. Somit kam er zu einem verfrühten Boxenstop herein. Erst nach 15 Minuten Standzeit konnten wir Fahrerkollege Gerrit Holthaus aus Lüdenscheid wieder auf die Strecke schicken“.

Die Technikprobleme mit bis zu 25 km/h weniger Topspeed zogen sich jedoch durch das ganze Rennen. Die Fahrer und das Team waren sich einig, dass sie das trotzdem durchziehen, auch wenn sie mit „stumpfen Waffen kämpften“.

Bohrer: „In solch einem Langstreckenrennen kann immer viel passieren und auch die anderen müssen erst einmal ins Ziel kommen. Ich habe in der letzten Rennhälfte ins Steuer gegriffen und alles was möglich war aus dem Fahrzeug heraus geholt. Das wurde am Ende auch belohnt.“

In den Pausen geschraubt bis zur letzten Minute

Letztendlich konnte das Fahrer-Trio Michael Bohrer, Gerrit Holthaus und Stephan Epp im „Avia Clio RS #620“ noch auf den zweiten Platz in der Klasse H2 fahren und musste sich somit nur dem Überraschungssieger im Opel Manta geschlagen geben.

Nun gilt es die Fehler zu finden und auszumerzen, um in zwei Wochen beim Doppel-Wochenende ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können.

Das Team reist wieder am 10. Juli in die Eifel, um zum zweiten und dritten Lauf am 11. und 12. Juli wieder in der Klasse H2 anzugreifen und sich für das „ADAC Total 24h-Rennen“ vorzubereiten.red./ti

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de