Regionalkrimi: „Letzter Ausstieg Saar“

Rehlinger Autorin Marion Demme-Zech verspricht kurzweilige Lesestunden

REHLINGEN Das Cover des neuen Romans der Rehlingerin Marion Demme-Zech lässt es vermuten: Ihr neuer Krimi führt an eine der schönsten Stellen des Saarlandes – die Saarschleife. Nur idyllisch und entspannt geht es in ihrer Geschichte eher nicht zu, denn bei einer Überfahrt mit der Fähre Welles taucht eine Leiche auf. Wortwörtlich. Hanne Wallenstein, die Heldin der Geschichte, die sich auf Anraten ihrer Therapeutin auf eine Single-Wanderung und die damit verbundene Fährfahrt eingelassen hat, versucht, den in der Saar treibenden Körper mit dem Bootshaken aufzugreifen. Doch das Einzige, was sie aus der Saar fischen kann, ist der gelbe Parka des Toten.

Dieser kurze Zwischenfall bringt das Leben von Hanne durcheinander. Aber nicht nur ihres, sondern auch das ihrer neuen Bekannten Gabriele und das ihres Exmannes Wolfgang Forsberg, der als Ermittler in der Angelegenheit tätig wird. Kommissar Forsberg ist ein eher schroffer, dienstbeflissener Typ, der jedoch im Laufe der Geschichte immer mehr an Sympathie dazugewinnt. Genau wie Siggi, der eigentliche Besitzer der gelben Jacke, den man ab jetzt für tot hält.

Der allerdings ist quicklebendig, aber das ahnt niemand. Stattdessen stellt man sich die Frage, wer dieser ominöse Günther sein könne, dessen Lederband man in der gelben Jacke findet? Die Indizien ergeben kein stimmiges Bild und lassen sowohl Wolfgang Forsberg als auch Hanne und Gabriele keine Ruhe. Völlig unabhängig voneinander machen sie Jagd auf den vermeintlich Toten und kommen dabei Siggi zusehends näher.

„CosyCrime“ mit Schmunzelgarantie

Das Konzept des Buches ist schräg und ganz und gar nicht alltäglich. Da die Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptpersonen erzählt wird, wechseln sich spannende, heitere und auch nachdenkliche Lesemomente beständig ab. Dabei geben eingeschobene Zeitungsartikel und Chat-Verläufe so manche Antwort auf noch offene Fragen und lassen den Leser selbst zum Ermittler werden, denn viele Fragen werden quasi zwischen den Zeilen gelöst.

Abwechslungsreiche Hauptcharaktere aber auch interessante und lebhaft vorstellbare Persönlichkeiten in den Nebenrollen waren der Autorin beim Schreiben des Buches sehr wichtig. »Auch Figuren, die nicht während des ganzen Romans im Mittelpunkt stehen, sollten meiner Meinung nach, sehr viel Persönlichkeit haben. So findet jeder Leser jemanden, mit dem er sich besonders gut identifizieren kann – sozusagen einen Lieblingscharakter, der früher oder später völlig unverhofft wieder in Erscheinung tritt.«

Dafür, dass es viele kuriose Zwischenfälle gibt, ist hauptsächlich Günther, der Rauhaardackel, verantwortlich, der die Dinge immer wieder von Neuem geschickt und pfiffig, in die für ihn günstige Richtung lenkt. Sein Eigensinn und seine Eifersucht sorgen dabei für eine Menge Tumult, trotzdem oder gerade deswegen ist der Dackel äußerst sympathisch und mord(s)lustig obendrein.

Alles in allem ist »Letzter Ausstieg Saar« ein bunter, unterhaltsamer Krimi, bei dem sowohl ernsthafte als auch vergnügliche Themen, sowie eine Menge Regionales für kurzweilige Lesestunden sorgen.

red./am

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