Privatisierung der HIL gestoppt

Landrat Udo Recktenwald und Bürgermeister Peter Klär begrüßen Entscheidung der Verteidigungsministerin

ST. WENDEL Mit Erleichterung und Zuversicht haben Landrat Udo Recktenwald und St. Wendels Bürgermeister Peter Klär auf die Entscheidung der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Schulterschluss mit den Regierungsfraktionen reagiert, die geplante Privatisierung des HIL-Instandsetzungswerkes in St. Wendel nicht weiter zu verfolgen, sondern das Werk als Teil der HIL GmbH bei der Bundeswehr weiterzuführen.

Dies bringe endlich Klarheit für die Beschäftigten, Zukunftsperspektive für das Werk in St. Wendel und Entwicklungschancen für den Wirtschaftsstandort St. Wendel. Hierzu zähle auch die hoch anerkannte Ausbildungswerkstatt.

Kreistag und Stadtrat hatten sich 2016 bereits für den Fortbestand in bewährter Struktur ausgesprochen.

Sicherheitspolitische Gefahren

Wie Landrat Udo Recktenwald betont, entspreche die Entscheidung einer einstimmigen Resolution des Kreistages, der sich damit bereits vor drei Jahren nachdrücklich zum HIL-Bundeswehrstandort St. Wendel bekannte, sich für das Fortbestehen des Werkes in der bewährten und zukunftsfähigen Struktur aussprach und vom Bund ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Standortes, der Arbeitsplätze und damit zur Planungssicherheit für die Beschäftigten einforderte.

Eine verstärkte Verlagerung von Instandsetzungsaufträgen an die Privatindustrie wurde in der Resolution als nicht nachvollziehbar bewertet, da die HIL in ihrer jetzigen Form Garant für die professionelle Instandsetzung ist, sich die Verfügbarkeit der Geräte und der Nutzungsgrad der Systeme deutlich erhöht hat und die HIL als Dienstleister der Truppe anerkannt ist und eine guten Job macht.

Schon damals habe der Landkreis darauf verwiesen, dass gerade vor dem Hintergrund der globalen Sicherheitslage und dem damit verbundenen Aufgabenfeld der Bundeswehr eine Verlagerung zu Privaten sicherheitspolitische Gefahren im Sinne einer eigenständigen nationalen Instandsetzungsreserve berge, Know-How bei der Bundeswehr verloren gehe und die Bundeswehr zu sehr auf Private angewiesen wäre.

Wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder

In seiner Sitzung am 22. März 2016 hatte auch der Stadtrat St. Wendel eine Resolution zur Zukunft des HIL-Werkes St. Wendel verabschiedet, in der sich der Rat für ein Fortbestehen des Werks in seiner bewährten und zukunftsfähigen Struktur stark gemacht hatte. Entsprechend zufrieden zeigt sich St. Wendels Bürgermeister Peter Klär von der aktuellen Entscheidung des Bundesministeriums für Verteidigung. Klär: „Die wehrtechnischen Betriebe sind nach wie vor ein wichtiger Arbeitgeber in der Kreisstadt St. Wendel und haben von daher große Bedeutung für unseren Wirtschaftsstandort.

Zudem hat die Ausbildungswerkstatt des Werkes viele hunderte junge Menschen ausgebildet, die im Werk St. Wendel, insbesondere aber auch in den zahlreichen Betrieben der Stadt tätig sind. Ich bin deshalb sehr froh, dass die jahrelange Hängepartie um die Zukunft des HIL-Werkes in St. Wendel jetzt durch das schnelle und entschlossenen Handeln der Bundesministerin für Verteidigung im Sinne unserer Stadt beendet wurde.“

Investieren in die Zukunft

Es sei nun erforderlich, so Recktenwald und Klär abschließend, wie im Schreiben des Ministeriums angedeutet, umfangreich zu investieren, um das Werk für den „absehbar wachsenden Instandsetzungsbedarf“ zukunftsfähig aufzustellen, den Investitionsstau aufzulösen, neue Baumaßnahmen anzustoßen und ins Personal zu investieren, auch durch gezielte Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Höherqualifizierung. red./hr

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