Prinz zum Wachküssen gesucht

Initiative und Unterschriftensammlung für „Achse der Demokratie“ geplant

BUBENHAUSEN Richtig sauer ist das Bubenhauser SPD-Stadtratsmitglied Gerd Maurer über einen Beschluss das Zweibrücker Rates während seiner jüngsten Sitzung. Dabei wurde die Sanierung der maroden Steegwiesenbrücke am Hornbach auf Empfehlung der Verwaltung aus Kostengründen verworfen.

Lediglich seine eigene Fraktion und die Grünen unterstützen das Projekt, durch das der bereits existierende Radweg deutlich aufgewertet und das Gebiet von den Menschen zur Naherholung genutzt werden könnte.

„In Bubenhausen ist in den letzten Jahren ein Wandel spürbar, leider aber nicht zum Guten“, moniert Maurer. Es werde nur noch von der „Weststadt“ gesprochen. Viele Orte und Einrichtungen Bubenhausens seien längst vergessene Institutionen und verblassende Erinnerungen. „Die Wahrnehmung wird immer stärker auf andere Schwerpunkte im Stadtgebiet gesetzt“, kritisiert der SPD-Politiker.

Dabei liege gerade in Bubenhausen eine der „Hauptwiegen“ der Demokratie in Deutschland: „Philipp Jakob Siebenpfeiffer, Johann Georg August Wirth und Friedrich Schüler bereiteten am Standort der heutigen Apotheke und dem noch erhaltenen Gewölbe des Obst und Gartenbauvereins das Hambacher Fest vor und setzten Meilensteine für die Pressefreiheit.“

Auf der direkten Achse zum Gründungsort des Deutschen Press- und Vaterlandsvereines also der „Achse der Demokratie“ liege auch der einzig verbliebene Grüngürtel entlang dem Hornbach, mit einer noch naturnahen Windung des Bachlaufs. „Eltern mit Kindern, Radfahrer und Spaziergänger wollen nicht die Lanzbrücke oder die Bubenhauser Brücke beim Einkaufsmarkt nutzen oder an der Friedrich-Ebert-Straße entlang der Hauptstraße laufen, um zum Spazier- und Radfernweg zu gelangen“, argumentiert Maurer. Dazu bedürfe es aber dem Quereinstieg mittels Brücke zum Kleinod am Hornbach.

Das sei zur Zeit aber nicht möglich, da die Steegwiesenbrücke wie in einem Dornröschenschlaf, rankenbewachsen immer mehr dem Grüngürtel gleiche, um von einem Prinzen wachgeküsst zu werden. Dieser verlängerte Arm der Demokratieachse möchte der Kommunalpolitiker zur Verdeutlichung einfach in „Brücke der Demokratie“ umbenennen.

Diese „Demokratiebrücke“ sei nun in Gefahr, wie der Name Bubenhausen einfach zu verschwinden. Er werde nicht einen Vergleich akzeptieren, welcher einen Spielplatz gegen das Brückenbauwerk zur Diskussionsgrundlage habe. Beides sei wichtig in einer vernunftbegabten Angebotsvielfalt für alle Altersgruppen im sozialen Zusammenspiel einer lebendigen Kommune. Jeder Vorort oder Ortsteil habe seine Grünachse mit Spiel und Erholungszonen.

Maurer will deshalb nicht locker lassen und die Bürger mobilisieren, da eine Hilfe von Verwaltung und Rat kaum noch denkbar sei. Geplant seien die Gründung einer Initiative und das Sammeln von Unterschriften, um damit dem bereits während des Projekts „Soziale Stadt“ geäußerten Wunsch nach der Brücke den nötigen Nachdruck zu verleihen. Auch müssten erstmal die genauen Kosten der Sanierung ermittelt werden. Für den kompletten Neubau seien zwischen 120000 und 150000 Euro geschätzt worden.

Kein Spielraum für Denkmal

Die Errichtung eines Denkmals in Bubenhausen, das an Siebenpfeiffer erinnern sollte, scheint indes vorerst vom Tisch zu sein. Das zumindest erklärt Hans Otto Streuber, Vorsitzender des Freundeskreises der Siebenpfeiffer-Stiftung. Es habe sich um ein gemeinsames Projekt mit Homburg gehandelt (auch dort hätte ein solches Denkmal gebaut werden sollen), das nun an der Finanzierung durch den Saarpfalzkreis gescheitert sei. Der Förderkreis hätte einiges Geld beigesteuert, doch habe der Haushalt der saarländischen Kommune keinen Spielraum für das Vorhaben gelassen. nob

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