Physisch, psychisch, sexuell

Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

ST. INGBERT Jedes Jahr am 25. November findet der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ statt. Hintergrund des Gedenktages ist die traurige Geschichte der drei Schwestern Patria, Maria Teresia und Bélgica Adela Mirabal. Die drei starken Frauen hatten sich in der Dominikanischen Republik gegen die Diktatur unter Rafael Trujillo zur Wehr gesetzt. Nach monatelanger Folter wurden sie am 25. November 1960 getötet. Gerade in der Corona-Pandemie wurde ein deutlicher Anstieg der häuslichen Gewalt verzeichnet. Nach wie vor werden insbesondere Frauen und Mädchen durch physische, psychische und sexuelle Gewalt unterdrückt – und dies sogar oftmals direkt neben unserer eigenen Haustüre.

Info-Stand auf dem Wochenmarkt

Am Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen möchte Susanne Jung, kommunale Frauenbeauftragte der Stadt St. Ingbert, die Bürger für dieses Thema sensibilisieren. Am Mittwoch, 25. November, erhalten Interessierte an einem Stand der Stadt St. Ingbert auf dem Wochenmarkt weitere Infos. Auch Oberbürgermeister Prof. Dr. Ulli Meyer verurteilt Gewalt gegen Frauen oder Mädchen in schärfster Weise: „Jegliche Form von Gewalt oder Unterdrückung gegenüber Frauen darf in unserer Gesellschaft niemals toleriert werden. Aber es ist leider traurige Wirklichkeit, auch hier in Deutschland. Niemand von uns darf einfach wegschauen!“ In diesem Jahr steht der Gedenktag unter dem Motto „Zwangsverheiratung und Frühehen“. Obwohl Zwangsverheiratung in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird, werden nach wie vor Mädchen und Frauen in Deutschland gegen ihren Willen verheiratet. Zudem werden nach offiziellen Angaben von UNICEF jährlich weltweit 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, viele davon sind noch nicht einmal 16 Jahre alt.

Weltweit werden an diesem Tag auch öffentliche Gebäude in der Farbe Orange angestrahlt. Damit soll symbolisiert werden, dass Gewalt in keinster Weise toleriert wird. red./jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de