Papageien konnten landen

Klaus Brabänder präsentierte „Arabella“

ST. INGBERT Für manche sei es kein leichter Schritt, freiwillig in den Knast zu gehen, mutmaßte Klaus Brabänder im Innenhof des ehemaligen Gefängnisses.

Rund hundert Literaturfreunde und Liebhaber seiner bestens etablierten Variante des saarländischen Kriminalromans waren auf Einladung des St. Ingberter Literaturforums (ILF), der Stadtbücherei St. Ingbert und des Kulturamts in die Alte Bahnhofstraße gekommen, wo sie eine Open-Air-Autorenlesung im Rahmen der Reihe „Kultursommer in der JVA“ mit dem gebotenen Abstand erleben durften.

ILF-Sprecher Jürgen Bost zeigte sich sichtlich erfreut über einen so überwältigenden Zuspruch und konnte unter den Gästen auch den ehemaligen Vollzugsdienstleiter Harald Bischof und den Spieser Bürgermeister Bernd Huf begrüßen (schließlich spielt der Roman zu großen Teilen in seiner Gemeinde).

Die Anwesenheit so vieler Zuhörer belege den Hunger nach unmittelbarem kulturellen Erleben und die Sehnsucht nach der Wiedergewinnung eines Stücks vertrauten Alltags. Sein besonderer Dank galt Ingo Nietert, Leiter der städtischen Musikschule und der Abteilung Kultur, und seinem Team, ohne deren Initiative nach Monaten lesungsfreier Zeit eine derartige Autorenbegegnung erst möglich werden konnte.

In Klaus Brabänders siebtem Krimi, seinem aktuellen in der Edition Schaumberg erschienen Titel „Arabella“, spielen Papageien eine große Rolle. „Im Buch stecken hundert Prozent Saarland“, versicherte der mittlerweile im Ruhestand angekommene Bauingenieur den Besuchern. Viele der auftretenden Figuren sind reale Personen.

Wie sein literarischer Protagonist ehelichte Klaus Brabänder im letzten Jahr seine Lebensgefährtin Marion Reichrath. Diese sorgte bei der Lesung am Mischpult sekundenexakt für die eingespielten Geräusche aus dem Hintergrund, während die vielseitige Musikerin und Klangillustratorin Tanja Endres-Klemm mit Saxophon, Klarinette und Klangschale die Soiree musikalisch untermalte.red./dos

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