Ort zum Entdecken und Innehalten

Abteikirche in Tholey startet nach der Sanierung mit Eröffnungswochen

THOLEY „Wir halten zusammen – auch mit Abstand“, so fassen Abt Mauritius Choriol und Frater Wendelinus von der Benediktinerabtei in Tholey die Strategie zusammen, die hinter den Eröffnungswochen vom 19. September bis zum 8. Oktober stehen. Eine ganze Reihe von Höhepunkten hat die Abtei in Zusammenarbeit mit den Musikfestspielen Saar zusammengestellt.

„Die Abtei Tholey setzt in Pandemie-Zeiten ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Mit Gottesdiensten, Konzerten und einem Familientag wird die Abteikirche wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir werben herzlich um ihr Verständnis, dass dies nur unter den notwendigen Rahmenbedingungen möglich ist“, erklärt Frater Wendelinus. Er spielt dabei darauf an, dass die Besucherzahl beschränkt sein wird.

Start ist mit der Orgelweihe am 19. September um 19 Uhr. Die neue Orgel wird dabei von Basilikakantor Bernhard Leonardy gespielt. Mit dabei die Choralschola der Abtei unter der Leitung von Alfons Kreutzer.

Unter www.abtei-tholey.de können die, die keinen Platz mehr in der Kirche gefunden haben – wie bei vielen der Veranstaltungen – einen Livestream verfolgen. Unter dieser Adresse findet man auch das komplette Programm und kann sich zu den einzelnen Veranstaltungen anmelden. Aus gegebenem Anlass ist eine Anmeldung zwingend erforderlich.

„Wir Menschen müssen wieder mehr miteinander sprechen, in Austausch kommen und Verständnis für unser Gegenüber entwickeln. In diesem Sinne nutzen wie die Eröffnung unserer Abteikirche, um wieder sprachfähig zu werden“, erläutert Abt Mauritius Choriol. „Es soll im Haus Gottes Möglichkeiten der Begegnung geben. Innerhalb und außerhalb der Gottesdienste. Auch durch die Kunst, etwa in den großartigen neuen Kirchenfenstern. Die Fenster sollen sprechen, sie sollen zum Dialog anregen.“

Zurzeit sind die Fenster im Chor noch verhüllt. Hier werden die Fenster aus den Händen des weltweit bedeutendsten Künstlers der Gegenwart, Gerhard Richter, fertiggestellt. Die übrigen 34 Fenster der Kirche werden aus den meisterlichen Händen von Mahbuba Maqsoodi, einer afghanischen Künstlerin muslimischen Glaubens gestaltet. „Bis Ostern werden alle Fenster eingebaut sein“, heißt es seitens der Abtei. „Mit Gerhard Richter konnten wir einen der prägendsten Künstler der Gegenwart für unsere Grenzregion gewinnen“, bemerkt Bernhard Leonardy von den Musikfestspielen Saar. „Eine besondere Ehre und nachhaltige Verpflichtung zugleich. Als Auftakt einer neuen Zusammenarbeit präsentieren ihnen daher die Musikfestspiele Saar erstmals ein international hochkarätiges musikalisches Programm. Die Abtei in Tholey wird sich in den kommenden Jahren zu einem Fenster der Gegenwart entwickeln, in der Kunst, in der Musik und in der Spiritualität. Wir möchten als Partner der Abtei hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“

Der Geschäftsführer der St. Mauritius Tholey GmbH, Dr. Thomas Klein, bezeichnet die Abtei als einen grenzenlos mystischen Ort. „Ein Ort der Stille und Muße, ein Ort zum Entdecken und Innehalten. Hier tauchen die Besucher ab in eine andere Welt.“ Er sieht die Aufgabe der Betriebsgesellschaft darin, eine Brücke zu schlagen zwischen der Stille des Klosters und der Welt. „Wir machen den Ort nachhaltig erlebbar.“ jam

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