Orgelmusikalisches Highlight

Uraufführung der Siegerkomposition des 9. Orgel-Kompositions-Wettbewerbs

LISDORF Mit dem Abschlusskonzert des 9. Internationalen Orgelkompositionswettbewerb am Sonntag, 27. September, 17 Uhr steht die Kath. Pfarrkirche St. Crispinus und St. Crispinianus in Lisdorf mit ihrer zwischenzeitlich sehr geschätzten Mayer-Orgel im Blickfeld der orgelmusikalisch interessierten Öffentlichkeit.

Eine hochkarätige internationale Jury hatte im Mai dieses Jahres die akribische Aufgabe zur Bewertung von 58 orgelspezifischer Kompositionen, eingereicht von Musikschaffenden aus 15 Ländern, darunter beispielsweise aus Japan, Schweden, Russland, Lettland und Österreich übernommen.

Die Jurymitglieder waren von den eingereichten Kompositionen angetan. So erfreulich einerseits die sehr gute Resonanz zu werten war, so bedauerlicher wurden andererseits die Notwendigkeit und der Zwang empfunden, einer großen Anzahl sicherlich qualifizierter Bewerber keinen Finalplatz erteilen zu können.

Die Preisträger

Gewinner des Wettbewerbs 2020 wurde der Komponist und Organist Prof. Gorka Cuesta, Jahrgang 1969 aus San Sebastian, Spanien. Seine Komposition mit dem Titel „Les mots de la lumière“ wurde für „Orgel und Flöte“ geschrieben. Neben seinem kompositorischen Schaffen ist er als Titularorganist an der Basilika „Santa Maria del Coro“ in San Sebastian tätig.

Zweiter Preisträger wurde Matthias Wamser, Jahrgang 1968 aus Rheinfelden mit der Komposition „Annäherung“ für Orgel und Violoncello. Der gebürtige Würzburger ist als Chorleiter, Organist, Pianist und Cembalist in den Regionen Basel und Zürich tätig und ist Vorstandsmitglied des Kirchenmusikerverbandes im Bistum Basel.

Jean Francois de Guise, Jahrgang 1970 wohnhaft in Aken/Elbe wurde mit seiner Komposition „Piece for Violin and Organ“ für Orgel und Violine dritter Preisträger. Nach seinen Studien in den Fächern Komposition, Klavier, Orgel und Gesang war er zunächst mit der Ausübung von kirchenmusikalischen Aktivitäten engagiert. Danach widmet er sich überwiegend dem kompositorischen Schaffen, welches inzwischen 450 Werke, darunter vier Opern und 25 Orchesterkonzerte umfasst.

Entsprechend den Bestimmungen des Kompositions-Wettbewerbes wird dieser mit der Ehrung der Preisträger und der Welturaufführung der Siegerkomposition abgeschlossen. Solisten dieses besonderen Konzertes sind Pavol Valášek, Orgel und Dante Montoya, Flöte. Nach Aussagen der Juroren dürfen die Zuhörer bei der Präsentation der siegreichen Komposition auf ein schönes, heiteres Werk hoffen, dass seine Hörer mitnehmen und packen wird.

Kirchenmusikpreis der Stadt

Neben dieser Uraufführung und der Ehrung der Preisträger des Wettbewerbs wird die Stadt Saarlouis, vertreten durch den Oberbürgermeister Peter Demmer, zum 5. Mal den Kirchenmusikpreis der Stadt verleihen.

Der Kulturausschuss und der Kulturbeirat der Stadt haben in diesem Jahr einstimmig empfohlen, die diesjährige Auszeichnung an dem Wiener Organisten und Komponisten Prof. Michael Radulescu zu verleihen. Begründet wurde dies u. a. damit, dass Prof. Radulescu sich im Zeitraum von 2007 bis 2019 als Dozent der Europäischen Orgelakademie Saarlouis und im Zeitraum von 2011 bis 2020 als Mitglied der Jury des Internationalen Orgel-Kompositions-Wettbewerbes im besonderen Maße um die Förderung der Kirchenmusik innerhalb der Stadt verdient gemacht hat.

Die Auszeichnung besteht aus einem Sachpreis in Form einer Skulptur, bestehend aus sieben in Spiralform angeordneten Orgelpfeifen auf einem achteckigen Sockel aus dunklem Edelholz.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, aber nur bei vorhergehender Anmeldung unter Tel. (06831) 3108 bei Vorstandsmitglied Alfred Philippi, möglich. Aufgrund der stark reduzierten Anzahl der sonst zur Verfügung stehenden Besucherplätze ist eine frühzeitige Anmeldung empfehlenswert. red./eck

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