Optimierung der Regenwasserbehandlung

Entsorgungsverband Saar investiert 2,2 Millionen Euro in Bisten

BISTEN Seit Februar laufen in Überherrn die Arbeiten des Entsorgungsverbandes Saar zur Optimierung der Regenwasserbehandlung. Die Maßnahme umfasst zum einen den Bau eines Staukanals und zum anderen die Erneuerung von Drosselorganen im bestehenden Hauptsammler.

Insgesamt investiert der EVS hier 2,2 Millionen Euro. Im Frühjahr 2020 soll die komplexe Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Interessierten Bürgen hat der EVS das Maßnahmenpaket im Einzelnen vorgestellt.

Der neue Staukanal zur Optimierung der Regenwasserbehandlung verläuft entlang der Rathausstraße (Höhe Etzelstraße / Ortseingang Bisten).

Der 300 Meter lange Staukanal mit einem Speichervolumen von 350 Kubikmeter hat die Aufgabe, bei einem Starkregenereignis einen Rückstau im Kanalnetz zu verhindern. Der vorhandene Notüberlauf in der Etzelstraße wird im Zuge der Maßnahme durch ein modernes Regenüberlaufbauwerk ersetzt. Um Geruchsbelästigungen zu vermeiden, wird der offene Auslaufgraben bis zur Einleitstelle in die Bist verrohrt.

In einer zweiten Maßnahme werden die Drosselorgane in den Hauptsammlersträngen in der Hauptstraße, der Palisadenstraße und im Bereich Wohnstadt erneuert. Sie sorgen für eine konstante Abflussmenge des Mischwassers (Abwasser und Regenwasser) hin zur Kläranlage Überherrn.

Nach Abschluss aller Bauarbeiten erfolgt die Wiederherstellung der Oberflächen.

Als Ausgleich für die Rodung der Gehölze zu Beginn der Maßnahme erfolgt eine Neuanpflanzung von Hochstämmen.

Da Teile der Baumaßnahme in die öffentliche Verkehrsfläche hineinreichen, können zeitlich begrenzte Behinderungen nicht gänzlich vermieden werden. Der EVS wird bemüht sein, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Hintergrund:

Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben, das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden.

Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei Regenwetter oft überlastet wären, werden im Kanalsystem sogenannte Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler aufzunehmen ist, wird dieses zunächst im Regenrückhaltebecken gespeichert. Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt - in den Bach gelangt.

Erst nach kompletter Befüllung des Beckens erfolgt der Abschlag des dann stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers in die Gewässer. Die Anlagen sind so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich noch in den Bach eingetragen wird, über dessen Selbstreinigungsfähigkeit leicht abgebaut werden kann. Es kommt also zu keinerlei Schädigung des Gewässers – im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das Gewässer stark entlastet.

Das im Regenüberlaufbecken gespeicherte stärker verschmutzte Abwasser wiederum wird nach Abklingen des Regenereignisses mithilfe einer Abflusssteuerung dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage Überherrn abgegeben. red./am

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