Optimale Punktausbeute

KSV Köllerbach gewinnt in Urloffen und gegen Riegelsberg

KÖLLERBACH Nach einer dreiwöchigen Bundesliga-Pause wartete nunmehr auf die Ringer des KSV Köllerbach ein „Doppel-Kampftag“. Zunächst musste der sechsfache deutsche Mannschaftsmeister beim ASV Urloffen ran und danach in der heimischen Kyllberghalle gegen den KV 03 Riegelsberg an­treten.

Diese Bundesliga-Begegnungen bedeuteten für den KSV gleichzeitig die beiden letzten Kämpfe der Hinrunde.

Den ersten Wochenend-Sieg feierten die Saarländer in der Athletenhalle Urloffen, wo der Traditionsverein aus der Ortenau dem KSV Köllerbach fast so gut wie gar nichts entgegensetzen konnte. Allein schon der Blick auf die Tabelle der Ringer-Bundesliga Südwest vor dem Matten-Duell machte deutlich, wie die Kräfteverhältnisse bei diesem Kampf verteilt sein würden.

So bildeten die bisher noch sieglosen „Meerrechtichdörfer“, wie die Ringer des ASV Urloffen liebevoll tituliert werden, in der Tabelle mit 0:10 Punkten das Schlusslicht. Die Truppe von Teamleiter Thomas Geid nahm dagegen mit 10:0 Punkten die Position des ungeschlagenen Spitzenreiters ein. Es kam dann in der Tat so, wie es kommen musste: Der KSV Köllerbach setzte sich bei den „Hornets“ (Hornissen) aus der Ortenau mit sage und schreibe 23:4 durch. Bei den zehn Bundesliga-Kämpfen stachen die „Hornissen“ an diesem Abend nur ein einziges Mal, und zwar in der Klasse bis 61 kg. Hier schulterte Urloffens neuer russischer Greco-Ringer Aleksei Kinzhigaliev den Köllerbacher Juniorenmeister Steven Ecker bereits nach einer Minute und 47 Sekunden.

Die anderen neun Gewichtsklassen gingen allesamt an die Gäste aus dem Saarland. So erwies sich das ukrainische Freistil-Ass Andrii Yatsenko seinem Gegenüber David Paul Kiefer mit 16:0 Punkten als technisch überlegen. Und in der Klasse bis 66 kg war der Köllerbacher Freistil-Ringer Valentin Seimetz gegen seinen Kontrahenten Joshua Knosp mit 10:5 Punkten klar im Vorteil.

In der Klasse bis 71 kg (griechisch-römische Stilart) zeigte KSV-Ringer Marc-Antonio von Tugginer einmal mehr, dass er sich momentan in einer bestechenden Form befindet. Der Köllerbacher bezwang Van Chlovelle Meier souverän mit 8:2 nach Punkten. In der Klasse bis 75 kg A war der deutsche Freistil-Einzelmeister Andrij Shyyka stets Herr der Lage, denn er setzte sich gegen Stefan Käppeler vom ASV Urloffen mit 14:5 Punkten durch. Auch KSV-Teamkapitän Timo Badusch wollte in der Klasse bis 75 kg B seinem Mannschaftskameraden Shyyka in nichts nachstehen. Der saarländische Greco-Spezialist gelangte zu einem nie gefährdeten 8:1-Punktsieg über den Bulgaren Svilen Kostadinov.

Einen stolzen Punktsieg verbuchte auch das Köllerbacher Ringer-Talent Nils Adrian Klein in der Klasse bis 80 kg. Der Freistil-Spezialist, der in dieser Runde seinen ersten Kampf im Bundesliga-Team der Köllerbacher bestritt, punktete Andrej Schwarzkopf vom ASV Urloffen souverän mit 12:5 Punkten aus. Erwähnenswert bei diesem Matten-Duell ist die Tatsache, dass Nils Adrian Klein voller Selbstbewusstsein in einer höheren Gewichtskategorie für den KSV an den Start ging.

In der Klasse bis 86 kg entzückte Köllerbachs neuer Greco-Ringer Tarek Mohamed Abdelslam Sheble Mohamed erneut seine saarländischen Fans, die nach Urloffen mitgereist waren. Der Ägypter mit dem bulgarischen Pass ließ sich nicht lange bitten und punktete gegen ASV-Ringer Raphael Langenecker unentwegt. Nach rund dreieinhalb Minuten rief Mattenleiter Björn Goller (Bamberg), seines Zeichens Kampfrichterreferent des Bayerischen Ringer-Verbandes, den KSV-Athleten beim Stand von 15:0 folgerichtig als technisch überlegenen Punktsieger aus.

Auch in den beiden schwersten Gewichtsklassen stellte der KSV Köllerbach am Samstagabend in Urloffen die Sieger. So behielt in der Freistil-Klasse bis 98 kg die rumänische KSV-Neuerwerbung Nicolai Ceban gegen den mehrfachen polnischen Meister Sebastian Jezierzanski vom ASV Urloffen mit 4:0 Punkten die Oberhand. In der schwersten Gewichtklasse bis 130 kg setzten die Gastgeber aus der Ortenau auf ihren neuen Greco-Ringer Adam Varga aus Ungarn. Doch der stand vor unlösbaren Problemen, da der KSV Köllerbach wieder seinen WM-Dritten Heiki Nabi an Bord hatte. Und der Spitzenringer aus Estland ließ sich nicht an den Wimpern klimpern und ging als 5:1-Punktsieger von der Matte.

Am Sonntag (10. November) pfiff in der Kyllberghalle Mattenleiter Georg Goczol (SCE Humes) das saarländische Nachbarschaftsduell zwischen dem KSV Köllerbach und dem KV 03 Riegelsberg an. Die Gäste waren bei diesem Kampf noch von der Stimulanz beseelt, dass sie samstags auf eigener Matte gegen die RG Hausen-Zell mit 19:16 einen ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf davongetragen hatten. Doch gegen den Tabellenführer Köllerbach, der mit einer blütenreinen Punkte-Weste von 12:0 seinen Heimkampf bestritt, hingen die Trauben für den KV Riegelsberg natürlich ungleich höher. Die Mannschaft von Teamleiter Thomas Geid siegte am Schluss mit 20:10 standesgemäß, doch die Riegelsberger Gäste-Staffel zog sich mit diesem Resultat insgesamt durchaus achtbar aus der Affäre. Der KSV Köllerbach gelangte an diesem Bundesliga-Abend insgesamt zu sieben Siegen, während auf Riegelsberger Seite drei Ringer Siegpunkte für sich und ihren Verein verbuchen konnten.

Der bisher noch ungeschlagene Spitzenreiter KSV Köllerbach setzte einmal mehr in der leichtesten Gewichtsklasse bis 57 kg mit seinem Top-Mann Andrii Yatsenko die Weichen gleich auf Sieg. Der ukrainische Freistil-Spezialist stieß bei Paul Riemer auf keinerlei Gegenwehr, sodass es bereits nach 75 Sekunden 16:0 für Yatsenko stand. Er strich als technisch überlegener Punktsieger die maximalen vier Siegzähler für die Köllerbacher Gastgeber ein. In der schwersten Gewichtsklasse bis 130 kg demonstrierte der Este Heiki Nabi, der von den Militärwelt-Spielen im chinesischen Wuhan mit einer Silbermedaille nach Köllerbach zurückgekehrt war, seine schiere Unantastbarkeit in der griechisch-römischen Stilart. Der Ex-Köllerbacher Kevin Arend, der jetzt in den Diensten des KV Riegelsberg steht, konnte trotz größter Bemühungen die 0:11-Punktniederlage gegen Nabi nicht verhindern.

Auch Köllerbachs neuer rumänischer Ringer Nicolai Ceban bewies in der Klasse bis 98 kg, dass er für den KSV Köllerbach eine wertvolle Verstärkung ist. Der Freistil-Spezialist zeigte gegen den starken Russen Asadula Ibragimov, der vor der Runde als neuer Ringer beim KV Riegelsberg 03 anheuerte, eine Top-Leistung und gewann mit 6:5 nach Punkten wahrlich nicht unverdient. Auch Valentin Seimetz zeigte in der Klasse bis 66 kg gegen den Riegelsberger Simon Monz, was er als Ringer so alles draufhat. Der deutsche Vizemeister des KSV besiegte Monz, der 2019 dritter deutscher Einzelmeister werden konnte, mit 9:3 ganz sicher nach Punkten.

Des Weiteren präsentierte sich Köllerbachs neuer Ägypter Tarek Mohamed Abdelslam Sheble Mohamed, der über einen bulgarischen Pass verfügt, in der Klasse bis 86 kg von seiner allerbesten Seite. Der Greco-Ringer ließ den Franzosen Anthony Tantini nicht zur Entfaltung kommen und setzte sich mit 9:1 Punkten gegen den Riegelsberger Athleten klar durch. Und der deutsche Einzelmeister Andrij Shyyka geizte in der Klasse bis 75 kg A auch nicht mit seinen Freistil-Künsten und wies dem Bulgaren Georgiy Zlatov mit einem 10:0-Punktsieg eindrucksvoll seine Grenzen auf.

In der Klasse bis 75 kg B war dagegen wiederum Köllerbachs Kapitän Timo Badusch als Siegringer in der griechisch-römischen Stilart zur Stelle. Sein Gegner war der Ex-Köllerbacher Daniel Decker, der natürlich stilartfremd überhaupt keine Chance gegen Badusch besaß. Der quirlige Polizeikommissar ging nach gut zwei Minuten mit 15:0 als technisch überlegener Punktsieger von der Matte.

Ein 12:0-Punktsieg für den KV 03 Riegelsberg steuerte Greco-Ringer Dennis Decker in der Klasse bis 61 kg bei.

Gegen den Ex-Köllerbacher war der deutsche Juniorenmeister Steven Ecker, der am Sonntag in der Kyllberghalle die KSV-Farben vertrat, chancenlos. Auch der Bulgare Konstantin Stas, der als neuer Ringer in den Diensten des KV Riegelsberg steht, lieferte in der Klasse bis 71 kg (griechisch-römische Stilart) mit einem 12:1-Punktsieg über den Köllerbacher Marc-Antonio von Tugginer eine überzeugende Leistung ab. Den dritten Gäste-Sieg besorgte schließlich in der Klasse bis 80 kg Robin Paulus, der Sohn des Riegelsberger Cheftrainers Edgar Paulus. Der Freistil-Spezialist setzte sich gegen Nils Adrian Klein, der wieder den undankbaren Part in einer höheren Gewichtskategorie übernehmen musste, mit 16:0 Punkten technisch überlegen durch.

Der KSV Köllerbach beginnt jetzt in der Ringer-Bundesliga Südwest die Rückrunde mit einem Auswärtskampf beim AC „Siegfried“ Heusweiler. Das spannende Lokal-Derby beginnt am Samstag, dem 16. November, um 19.30 Uhr in der Realschule Heusweiler. red./jb

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de