Nun ist Ruhe eingekehrt

Das Herrenhaus des Kirchheimer Hofes kann saniert werden

SAARPFALZ-KREIS/BREITFURT Zu einer Informationsveranstaltung zum Sachstand der Sanierung und zum Rückbau des Kirchheimer Hofs in Breitfurt hatten Landrat Dr. Theophil Gallo und der Eigentümer des Kirchheimer Hofes, Oliver Schmitt, auf das Gelände des ehemaligen Gutshofes eingeladen.

Hintergründe zur denkmalschutzkonformen Sanierung lieferten Georg Breitner, Leiter des Denkmalamtes Saarland, sowie der Kulturreferent des Regionalverbandes Saarbrücken, Peter Lupp. Über die Schwierigkeiten des Investors mit der Kommunalpolitik hatte die örtliche Presse mehrfach berichtet, auch der Landrat blickte noch einmal kritisch auf die nicht einfache Entwicklung dieses Bauvorhabens.

Nun ist Ruhe eingekehrt, die Ruine kann zu neuem Leben erweckt werden. „Es gibt etliche Dokumentationen zum Aufbau und den Besitzverhältnissen des Kirchheimer Hofes. Baron Alexandre Louis Guillaume Jacomin de Malespine(1821 –1883) hatte das Residenz-Ensemble von seinen adligen Eltern geerbt und durch gepflegte Parkanlagen und Gärten aufgewertet, so dass das Anwesen als „der schönste Hof zwischen Nahe und Vogesen“ galt.

„Das ist lange her, der Zahn der Zeit nagte an den Gemäuern, heute kann nur ein starker und überzeugte Investor die Rettung des Kirchheimer Hofes angehen, für die öffentliche Hand wäre dies kaum noch möglich“, betonte der Landrat. 2013 hatte Oliver Schmitt den Rest des ehemaligen Gutsensembles übernommen – fortan sei der Kirchheimer Hof immer wieder Gegenstand politischer Diskussion gewesen, die allerdings die eigentliche Sachlage und die Motivation des Bauherrn komplett überlagert habe. Der Eigentümer habe im letzten Jahr in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt mit dem Rückbau des Herrenhauses begonnen.

„Ich bot Oliver Schmitt von Beginn an volle Rückendeckung mit dem Ziel, es ihm als Investor zu ermöglichen, im Kontext mit dessen geplanten Vorhaben – dazu zählten auch Neu- und Aufbau eines wirtschaftlichen Betriebes – den Hof insgesamt wieder in Schuss zu bringen. Es war mir ein Anliegen, dieses kulturhistorisch bedeutsame Ensemble aus ehemaliger Orangerie, Herrenhaus und Scheune im Interesse der Allgemeinheit für den Saarpfalz-Kreis zu schützen und zu erhalten“, stellte Theophil Gallo heraus.

Trotz intensiver Bemühungen und Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Blieskastel sei kein Konsens zu erzielen gewesen. „Deshalb habe ich als Landrat das notwendige Einvernehmen der Stadt Blieskastel Ende 2017 ersetzt. Die Klage der Stadt vor dem Verwaltungsgericht des Saarlandes gegen diese Ersetzung war in diesem Frühjahr erfolgreich, ein Urteil, das ich als Landrat respektiere. Ich sehe diese Entscheidung nicht als Niederlage, im Gegenteil. Wir haben nun Rechtssicherheit. Es war mit Blick auf das Ziel wert, diesen Weg zu gehen“, so Gallo, der nochmals betonte, dass es ihm einzig darum ging, den Kirchheimer Hof für die Region Bliesgau zu erhalten.

Nur durch vertrauensvolle, ausschließlich auf der Sachebene geführte Gespräche mit dem Eigentümer und dem Landesdenkmalamt sei es gelungen, gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, das den Erhalt des Gesamtensembles und insbesondere des Herrenhauses gewährleiste, an dem Oliver Schmitt mit hohem persönlichen Einsatz arbeite. Zudem ermögliche der Bauherr den Archäologen des Denkmalamtes nun weitere Sondagen mit dem Ziel, wichtige historische Erkenntnisse über das Gesamtensemble zu gewinnen. „Oliver Schmitt gebührt großer Respekt, ich freue mich für ihn und seine Familie“, erklärte Theophil Gallo.

„Meine Frau ist hier aufgewachsen, unsere Kinder kennen hier fast jeden Baum. Es ist für sie ein Paradies. Wir wollen, dass es unseren Kindern gut geht, deshalb war es für uns klar, hier unsere Familie zusammenzuführen“, betonte Oliver Schmitt. hh

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