Noch viele schöne Standorte

Die Initiative „Grünes Rückgrat Saarpfalzstraße“ hofft auf weitere Mitstreiter

ZWEIBRÜCKEN „Noch ein bisschen Rindenmulch verteilen, dann sind wir fertig“, sagte Waldemar Schwabbauer. Der Baumpflanzer einer Wattweiler hat mit seinem Kollegen Pawel Zagorsky innerhalb von drei Tagen die 26 neuen, klimaresistenten Bäume an der Saarpfalzstraße in die Erde gebracht.

Rund 60 bis 70 Zentimeter tief wurde jedes Pflanzloch von den umsichtigen Gärtnern ausgehoben, die jungen Bäumchen an Stäbe gebunden, um sie auch bei den anstehenden Herbststürmen zu stabilisieren. „Ich bin begeistert. Als ich in der Zeitung von den Wanderbäumen gelesen habe, kam mir die Idee, auch unsere Saarpfalzstraße mit Bäumen zu verschönern und sie zu einer Allee zu machen“, beschreibt Initiator Holger Speer. Der rührige Unternehmer sprach die Bürgerinitiative ZW vernetzt an und erhielt von dort kompetente Unterstützung, ebenso wie von Harald Ehrmann von der Stadtplanung Zweibrücken.

Denn schnell stellte sich heraus: Da gibt es so viel zu beachten und zu koordinieren. Wo verlaufen Leitungen oder Rohre? Wo sind gegebenenfalls Bunkerreste aus dem Westwall zu berücksichtigen. Harald Ehrmann steuerte die Beachtung des Lichtraumprofils bei: Die Bäume müssen hoch genug sein, um den Verkehr nicht zu gefährden. Nicht nur der allein mit 20 Bäumen beteiligte Globus inklusive Getränkemarkt und Tankstelle war bei aller Grünliebe daran interessiert, im Gewerbegebiet den Blick auf die Werbetafeln frei zu lassen. Nach einigen Ortsterminen, bei denen mit allen in diesem ersten Schritt beteiligten anderen Anrainern gesprochen wurde, kam es zügig zur Umsetzung.

Wer jetzt die Saarpfalzstraße entlang fährt, kann sich, ebenso wie Holger Speer täglich auf dem Weg zur Arbeit, freuen. „Die Saarpfalzstraße nicht nur schöner geworden, sondern es sind auch für Vögel und andere Kleintiere viele kleine Oasen hinzugekommen“, unterstreicht Speer. Während vor der Firma Speer und der daneben gelegenen Schuhmarke das Laub der Amberbäume den Indian Summer nach Zweibrücken bringt und die rotorangen Mehlbeeren der Frühjahrsblüher vor dem strahlendblauen Himmel leuchten, haben rund um den Globus und in Verlängerung der Baumkette an der Tankstelle auch Esche und die Silberlinde ein neues Zuhause gefunden.

Der Globus dürfte nun auf Grund der zahlreichen Leitungen auf dem Gelände mit seinen 20 Bäumen „ausgereizt“ sein. Doch die Initiative „Grünes Rückgrat Saarpfalzstraße“ hofft, dass im kommenden Jahr auch weitere Anrainer dem im wahrsten Sinne des Wortes leuchtenden Beispiel folgen. Alle sind sich einig: „Es gibt noch viele schöne Standorte“. Die Bürgerinitiative ZW vernetzt steckte noch 4000 vom Globus gesponsorte Blumenzwiebeln in die Erde. Im nächsten Frühjahr werden sie ein farbenfrohes Zeichen entlang der viel befahrenen Straße setzen.cvw

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