Niemals geht man so ganz

Direktor des AWO-Verbundes für Inklusion und Bildung in den Ruhestand verabschiedet

DILLINGEN „Niemals geht man so ganz…“ sangen die Herzrocker. Da gab es einige feuchte Augen, auch bei Diethard Geber. Nach 25 Jahren bei der AWO, davon 20 Jahre als Direktor des Verbundes für Inklusion und Bildung (VIB), wurde er feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Nicht ganz, denn sonst hätten die Herzrocker ja nicht Recht gehabt: Der „Projektmensch“ Geber will noch das Modell einer Wohn-Genossenschaft für behinderte Menschen aufbauen.

„Diethard Geber hat es verstanden, Brücken zu bauen, Nahtstellen zu finden und Übergänge zu schaffen“, würdigte der AWO-Landesvorsitzende Marcel Dubois dessen langjährige erfolgreiche Arbeit für und mit behinderten Menschen. Statt die Trennung von Arbeitsmarkt, Werkstatt, beruflicher Qualifikation und Eingliederung hinzunehmen, habe er zielgerichtet nach Verbindungen gesucht und die Inklusion konsequent vorangetrieben.

Zusammen mit Geber habe die AWO auch in mehreren Neubauten diese Philosophie umgesetzt, so in den Werkstätten in Ensdorf, im Atelier kreativ in Saarlouis und in den Wohnheimen Püttlingen, Wadgassen und Wadern.

Rund 200 Gäste waren zur Abschiedsfeier gekommen, darunter die Minister Monika Bachmann und Reinhold Jost, mehrere Landtagsabgeordnete, Kommunalchefs sowie Werkstatträte, die beiden Café Courage in Dillingen und Wadern, Heimbeiräte und viele Haupt- und Ehrenamtliche der AWO. Vorweg eine Video-Botschaft aus Berlin von Bundesaußenminister Heiko Maas, der in alter Verbundenheit grüßte und Geber alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg wünschte.

Dass der scheidende Werkstattchef quer durch die politische Bank überzeugte und Unterstützung fand, machten nicht zuletzt die auch im Namen von Umweltminister Jost ausgesprochenen Dankesworte der Sozialministerin deutlich. „Diethard Geber hat viel gestaltet und viel bewegt für die behinderten Menschen. Er war uns ein hoch engagierter Kritiker, aber immer an der Sache orientierter Mitstreiter, mit dem wir vieles zusammen verwirklichen konnten.“

Geber habe „immer inklusiv gedacht, nie über die Köpfe hinweg“, sagte Landrat Patrik Lauer, „hat dort angepackt, wo andere wegschauen.“ Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg erinnerte an gemeinsame Projekte wie das TAM TAM und die Schaffung des kommunalen Inklusionsbeirats.

Eingerahmt wurden die offiziellen Worte durch Beiträge aus dem bunten Strauß der musikalischen Aktivitäten rund um die Werkstatt-Mitarbeiter; neben den Herzrockern gab es ein Stück aus dem integrativen Songcontest EINklang und eine Reminiszenz an die Liedermacherzeit mit Bernhard Schwarzwald und Katharina Wagner. Ein besonderes Highlight war der Auftritt des Ausnahme-Pianisten Michael Christensen.

In seinen Dankesworten äußerte Diethard Geber die Zuversicht, dass die AWO Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gut aufgestellt sind. Der VIB wird zukünftig von den Direktoren Sabine Rath, Marc-Oliver Bungert und Susanne Schäfer geleitet.

red./eck

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