Neues Zuhause für Jill und Sahib

Zwei neue Tiger in der Tierauffangstation Maßweiler

MASSWEILER Der Verein Tierart, der gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Vier Pfoten die Tierauffangstation in Maßweiler betreut, hat zwei neue Tiger aufgenommen. Die beiden sibirischen Großkatzen befanden sich fast ihr ganzes Leben im Besitz eines deutschen Zirkus-Dompteurs.

Jill (weiblich. 13 Jahre alt) und Sahib (männlich, 14 Jahre alt) sind Geschwister und stammen aus einer deutschen Nachzucht in einem Zoo, berichtet die stellvertretende Betriebsleiterin und Diplom-Biologin der Tierstation, Eva Lindenschmidt. Mit Beginn der Corona-Krise hatte der Dompteur sämtliches Engagement für das Jahr 2020 verloren und sich letztlich aus finanziellen und auch persönlichen Gründen dazu entschlossen, das Zirkusgeschäft aufzugeben.

Er kam selbst auf die Tierart und Vier Pfoten zu und wird zukünftig beruflich als Raubtierpfleger arbeiten. Seine Tiere liegen ihm sehr am Herzen, so dass er für die beiden Tiger ein gutes Zuhause gesucht hat. „Es ist daher sehr wichtig eine positive Geschichte aus dieser Tigerübernahme zu machen und den Vorbesitzer keinesfalls in der Öffentlichkeit schlecht darzustellen, obwohl wir natürlich grundsätzlich der Meinung sind, dass Wildtiere im Zirkus nichts verloren haben und daher keine artgerechte Haltung möglich ist. Privathalter oder Zirkusleute, die in solche Situation kommen, sollen sich lieber vertrauensvoll an Vier Pfoten wenden und die Tiere nicht auf dubiosen Wegen verschwinden lassen“, wünscht sich Lindenschmidt.

Die beiden Tiere wurden in schweren Transportboxen in die Tierauffangstation in Maßweiler gebracht. Bei der Ankunft in Maßweiler wurden die beiden Neuankömmlinge nicht nur vom Stationsteam sondern auch von zahlreichen Journalisten und Fotografen erwartet. Die bereits seit fünf Jahren in Maßweiler lebende Tigerdame Varvara konnte das Geschehen interessiert von ihrem Gehege aus beobachten.

Betriebsleiter Florian Eiserlo machte darauf aufmerksam, dass sich die Tiere zuerst beruhigen müssen, bevor sie in die Innengehege kommen. Die Großkatzen fühlten sich jedoch nach einiger Zeit sichtlich wohl. Eine Tierärztin von der Universität in Wien und der Vorbesitzer der Tiere bekleideten den Transport bis zum neuen Aufenthaltsort.

Die 380 Kilogramm schweren Tiger lebten zuvor mit zwei weiteren weiblichen Tigern auf einem zirka 400 Quadratmeter großen Pferdehof, auf dem ein Zirkuswagen mit angebautem Freigehege stand. Nachdem sich der Vorbesitzer der beiden Tiger noch nicht dazu äußerte, ob er aus Angst vor Anfeindungen mancher Zirkusgegnern, mit denen er schon mal Probleme hatte, namentlich genannt werden möchte, verzichtete das Tierart-Team in Maßweiler auf die Nennung seines Namens. Die Tiger wurden zunächst in die Innengehege gebracht zur Beobachtung und Eingewöhnung, bevor sie dann das gemeinsame Außengelände beziehen.rb

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