Neues Verfahren bei Eingangsuntersuchung

Gesundheitsamt untersucht Kinder vor Einschulung – Fragebogen an Eltern verschickt

Saarbrücken. Das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken wendet für die Untersuchungen der rund 2­700 Kinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, erstmals das neue Verfahren

SOPESS an. Die Abkürzung

SOPESS steht für „Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für die Schuleingangsuntersuchung“ und ist ein standardisiertes Verfahren zur Überprüfung des Entwicklungsstandes der Kinder.

Etwa 500 Kinder wurden bereits untersucht, die Eltern der weiteren 2 200 Kinder haben jüngst per Post einen Fragebogen erhalten. Normalerweise wird dieser erst bei der Untersuchung ausgefüllt. Dies wurde jetzt vorgezogen, weil aufgrund der Corona-Pandemie die Schuleingangsuntersuchungen im Herbst pausieren mussten. Dazu Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Dieser Fragebogen ersetzt nicht – wie einige vielleicht befürchtet haben – die Schuleingangsuntersuchung. Er dient unserem Gesundheitsamt nur zur Priorisierung, damit wir in den kommenden Wochen zuerst jene Kinder untersuchen, bei denen wir nach Auswertung der Fragebögen einen individuellen Förderbedarf vermuten.“ So können bereits vor der Einschulung entsprechende Fördermaßnahmen möglichst früh eingeleitet werden.

Allen 2 700 Kindern wird also bis zur Einschulung mindestens ein Terminangebot zur Schuleingangsuntersuchung gemacht werden können. Hierzu lädt das Gesundheitsamt in der Regel zwei bis drei Wochen vorher ein. Die Untersuchungen finden dann meist in den Räumen des Gesundheitsamts statt, aktuell in den Außenstellen in Völklingen und in Saarbrücken-Dudweiler. Vier Teams des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, die aus jeweils einem Arzt bzw. Ärztin sowie zwei bis drei Sozialmedizinischen Assistenzen bestehen, sind dafür im Einsatz.

Mit dem neuen Verfahren

SOPESS werden mögliche Entwicklungs- oder Verhaltensdefizite bei den Kindern besser und schneller erkannt. Im Einzelnen lassen sich Aussagen zu den Bereichen Auge-Hand-

Koordination, selektive Aufmerksamkeit, Zahlen- und Mengenvorwissen, visuelle Wahrnehmung, Sprechen und Sprache, fein- und grobmotorische Fähigkeiten sowie Körperkoordination treffen. Die Untersuchung nimmt rund 45 Minuten in Anspruch nehmen. Bis auf die Sprachtests können diese ohne Deutschkenntnisse durchgeführt werden.red./tt

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