Neues Konzept nach 40 Jahren

Gemeinde Losheim am See und „wellnester“ erklären die Zukunft des Campingplatzes

Losheim am See. Nach fast 40 Jahren haben neue Pächter den Campingplatz in Losheim am See übernommen – die „wellnester Losheim am See GmbH“, ein StartUp-Unternehmen, gegründet von Touristikern. Die Gemeinde stellte den neuen Campingplatzpächter bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus offiziell vor.

Als die Gemeinde Losheim am See im vergangenen Jahr entschied, neue Pächter für den Platz zu suchen, war das Ziel klar: Der 39 Jahre alte und seither weitgehend unveränderte Platz sollte umfassend modernisiert und im Standard klar aufgewertet werden – angepasst an die Tourismusstrategie des Saarlandes und der Gemeinde. Die Erfolgsgeschichte des Campingplatzes als beliebter Anlaufpunkt für Gäste und Dauercamper aus der Region und internationales Publikum soll so nachhaltig fortgeschrieben werden.

Beim Auswahlverfahren konnten sich die wellnester gegen namhafte Mitbewerber durchsetzen.

„Das Konzept mit seinem Mix aus touristischem Camping, Dauercamping und dazu dem Plan, mit Tiny Houses, einer Sauna und Seminarräumen auf dem Platz die Saison auf das ganze Jahr auszuweiten, überzeugte die Entscheider in Politik und Verwaltung“, berichtet Bürgermeister Helmut Harth.

Der Verwaltungschef betont, dass man sich den Entwicklungen des deutlich gewachsenen Campingmarkts anpassen müsse, um den zweitgrößten Campingplatz des Saarlandes fit für die Zukunft zu machen.

Das bedeute aber auch, dass Umstrukturierungen auf dem Platz selbst notwendig seien.

Hart: „In den zurückliegenden Jahren hat sich das Verhältnis von touristischem Camping und Dauercamping – entgegen der primär touristischen Ausrichtung des Campingplatzes – umgekehrt. Der Pächterwechsel bietet die Chance für viele neue Akzente und eine Orientierung an zeitgemäßen Standards.“

Im Campingtourismus mache sich ein Imagewandel bemerkbar, weiß Christina Jochum, die kaufmännische Leitung des Eigenbetriebes Touristik, Freizeit und Kultur der Gemeinde: „„Lang galt Camping als spießig und langweilig, doch mit dem zunehmenden Wunsch nach Flexibilität, Freiheit und naturnahen Erlebnissen hat diese selbstbestimmte Form des Urlaubs in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen.“

So sei eine vermehrte Nachfrage nach besonderen Mietunterkünften zu erkennen. Mietzelte, Mietwohnwagen, Hütten und Tiny Houses würden zum Erfolgsfaktor und Umsatztreiber der Campingplätze.

Die Corona-Pandemie habe diesen Trend verstärkt. Die Zulassungszahlen für Wohnwagen und Wohnmobile seien geradezu explodiert“, bestätigt Antje Vollmer, die als Geschäftsführerin der wellnester künftig den Losheimer Campingplatz leitet.

Die Fachfrau aus dem Rheinland, die sich seit Jahren neben ihrem Job zur Tourismusfachwirtin und zur Campingexpertin weitergebildet hat, freut sich auf die berufliche Herausforderung: „Ich habe nur darauf gewartet, dass sich die Möglichkeit ergibt, meine Ideen auf einem so tollen Platz mit innovativen Partnern umsetzen zu können.“

Gemeinde und wellnester wollen ihre Investments bündeln, das Gesamtprojekt in einer Bauherrengemeinschaft angehen und die Umbauten sowie die Neustrukturierung des Geländes in mehreren Schritten durchführen.

Begonnen wird am Ende dieser Saison mit dem Neubau und der Sanierung von Sanitärgebäuden und der Neugliederung des Geländes.

Als nächstes folgen soll die Sanierung des Hauptgebäudes. im kommenden Frühjahr werden die ersten Tiny Houses errichtet. Weitere kreative Unterkunftsformen wie Velo-Lodges für Rad-Touristen, Teardrop-Wohnwagen zum Mieten, Familien-Glampingzelte und Treetops – also „schwebende“ Zelte zwischen den Bäumen der Wäldchen auf dem Gelände – sind ebenfalls vorgesehen.

Ist alles 2024 planmäßig abgeschlossen, n soll aus dem traditionellen Campingplatz die „wellnester Losheim am See“ geworden sein – ein Anlaufpunkt für naturorientierte Camper, Familien und Outdoor-Sportler.

Schließlich, so die Initiatoren, sei der Platz zwischen Stausee und den Wäldern des Hochwalds und Hunsrücks perfekt für Aktivurlaub aller Art sowie für nachhaltigen Urlaub.

Ziel des Projektes ist es auch, durch Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie, durch Müllreduktion und Mülltrennung, sowie durch den Einsatz regionaler Produkte den Platz klimaneutral zu machen.

Im laufenden Hauptbetrieb seien größere Veränderungen noch nicht durchführbar. Das biete aber Möglichkeit, nun mit allen Gästen und Dauercampern des Platzes in Ruhe Gespräche zu führen und das neue Konzept zu erklären.

In den kommenden Monaten ändere sich erst einmal wenig. Alle hätten Zeit, sich aneinander zu gewöhnen oder sich bei Bedarf in Ruhe einen anderen Platz zu suchen. red./am

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