Neue Dependance übergeben

Aufnahmeeinrichtung in der Hirschbach in Sulzbach hält Platz für 420 Asylsuchende bereit

SULZBACH Innenminister Klaus Bouillon hat offiziell die Dependance Hirschbach eröffnet, die als Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende genutzt werden soll. Dadurch wird es dem Ministerium für Inneres und Sport auch in Zukunft möglich sein, allen ankommenden Flüchtlingen im Saarland eine gute Unterkunft bis zur Weiterleitung in die Kommunen zu bieten.

„Auch wenn wir momentan vergleichsweise geringe Zugangszahlen verzeichnen, wollen wir vorsorgen und neben der Landesaufnahmestelle Lebach eine geeignete Ausweichmöglichkeit vorhalten, wenn sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge wieder erhöht“, sagt Innenminister Bouillon bei der Schlüsselübergabe.

„Diese Maßnahme ist im Interesse unserer einheimischen Bevölkerung und der Menschen, die zu uns kommen.“

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr und bei einer Belegung der Erstaufnahmestelle Lebach mit teilweise über 4 000 Menschen hat Minister Bouillon verschiedene potenzielle Standorte besichtigt und Ende 2015 den Umbau des RAG-Gebäudes in Hirschbach veranlasst.

„Die Lage war äußerst schwierig. Aber unsere Planungen, unsere Sonderprogramme und die gute Arbeit meines Teams in der Landesaufnahmestelle und den Kommunen haben dazu geführt, dass wir keine einzige Sporthalle belegen musste, im Gegensatz zu etlichen anderen Bundesländern, was dort zu erheblichen Problemen geführt hat. Unsere Organisation und unsere Struktur sowie die kurzen Weg im Saarland haben dazu geführt, dass vieles sehr schnell anpacken und umsetzen konnten. Hier werden wir bundesweit beneidet“, so Minister Bouillon.

Platz für 420 Personen

Das ehemalige Gastarbeiterwohnheim Hirschbach und spätere Bürogebäude der RAG umfasst vier Stockwerke mit einer Nutzfläche von rund 3 000 Quadratmeter. Etwa 420 Personen können in dem Gebäude in Hirschbach untergebracht werden. „Der Personenkreis soll sich zu je einem Drittel aus Paaren, Familien mit älteren Kindern und allein reisenden Männer zusammensetzen“, erklärte der Innenminister.

Die Menschen werden auf vier Stockwerken in Mehrbettzimmern und Wohngruppen untergebracht. Auf jeder Etage sind mindestens zwei Räume als Aufenthalts-, Schulungs- und Betreuungsräume mit Teeküche vorhanden. Die Verpflegung der Flüchtlinge übernimmt ein Catering-Unternehmen in einem Ausgabecontainer vor dem Gebäude. Vor der Unterkunft befinden sich auch zusätzliche Sanitärcontainer.

„Vor ihrer Unterbringung in Hirschbach werden die Flüchtlinge im neuen Ankunftszentrum in Lebach registriert, um einen Monat später auf die Kommunen verteilt zu werden“, erläuterte Bouillon.

Der Innenminister hat die Verteilung auf die Kommunen von drei auf vier Wochen hochgesetzt. „Aufgrund unserer aktuellen Kapazitäten sind wir in der Lage, die Zuteilungszeiten zu verlängern. Und den Kommunen somit eine längere Vorbereitungszeit zu ermöglichen“, so Bouillon.

Der Minister weiter: „Wir werden somit auch 2016 in der Lage sein, eine Belegung von Hallen und Dorfgemeinschaftshäusern zu vermeiden und den Sport, die Kultur und das Miteinander in den Stadtteilen zu erhalten. Dies muss stets unser oberstes Ziel sein.“

Wie in Lebach sollen in Hirschbach Sprach- und Erstorientierungskurse angeboten werden. Außerdem wird zur Sicherheit der Bevölkerung sowie der Bewohner der Dependance ein privater Sicherheitsdienst rund um die Uhr vor Ort sein.

RAG-Vertreter Rudolf Krumm lobt die gemeinsame Arbeit: „Im September 2015 haben wir ein erstes Gespräch über die Zurverfügungstellung einer Flüchtlingsunterkunft geführt. Seit dieser Zeit arbeiten unsere Mitarbeiter der RAG und ein Team des Innen- und des Finanzministeriums eng zusammen. Wir freuen uns, dass wir heute das Gebäude als Dependance offiziell übergeben können und bedanken uns für die konstruktive Zusammenarbeit.“ red./jb

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