Neubau des Tom Mutters-Haus

In ihrem neuen Zuhause fühlen sich die Bewohner rundum wohl

ELVERSBERG Nachdem die Bewohner bereits im Juni in die neuen Räumlichkeiten im Wohnverbund Tom Mutters-Haus eingezogen sind, wurde der Neubau jetzt offiziell mit einer Feierstunde eröffnet. Gemeinsam mit den Bewohnern feierten Vertreter des öffentlichen Lebens und der am Bau beteiligten Firmen.

Seit 2008 geplant

Thomas Latz, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Neunkirchen ging auf die Geschichte des Neubaus ein. Bereits 2008 habe es beim damaligen Behindertenwerk, das mittlerweile in der Lebenshilfe Neunkirchen aufgegangen sei, erste Überlegungen zum Neubau einer Wohnstätte aus Ersatzbau für das „Haus Elisabeth“ in Elversberg gegeben.

2011 mussten diese Pläne nach den Worten des Lebenshilfe-Geschäftsführers forciert werden, weil im Haus Elisabeth in Elversberg Probleme mit dem Brandschutz auftraten. Die Baugenehmigung sei 2013 erteilt worden.

Sei man seitens des Kostenträgers anfangs nur von einem Bedarf von acht Plätzen ausgegangen, habe man diese Zahl in Abstimmung mit dem Kostenträger auf zwölf erhöht.

Acht Millionen € investiert

Das Bauvorhaben stand laut Latz unter keinem guten Stern. Auftretende Erdspalten und diverse Wasserschäden hätten immer wieder zu Rückschlägen geführt. Das habe nicht nur zu Verzögerungen in der zeitlichen Abfolge, sondern auch zu einem Anstieg der Kosten geführt. Investitionen von mehr als acht Millionen Euro seien für den Neubau und die noch anstehende Sanierung des alten Tom Mutters-Hauses erforderlich.

Im Neubau seien 32 Zimmer und Gemeinschaftsräume mit einer modernen Ausstattung entstanden. Gemeinsam mit dem Kostenträger habe man die Entscheidung getroffen, das bestehende Tom Mutters Haus generalzuüberholen und die Bewohner während der Sanierungsphase in den fertig gestellten Neubau umzusiedeln. Latz dankte Alexa Horländer für die Unterstützung bei der Innenausstattung und der Architektin Kirsten Wahl für ihre Arbeit.

Dass es das Wort „Barrierefreiheit“ in den Duden geschafft habe und das Bundesteilhabegesetz verabschiedet worden sei, wertete Stephan Kolling, Staatssekretär im Sozialministerium als Zeichen für gesellschaftlichen Wandel.

Weitere Plätze entstehen

Bis Ende 2021 sollen in Neunkirchen am Standort Talstraße 30 Wohnstättenplätze entstehen. Insgesamt werde die Lebenshilfe Neunkirchen dann 120 Plätze für Menschen mit Behinderung anbieten.

Für Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe habe das Land in diesem Jahr 298 Millionen Euro ausgegeben und damit Standards geschaffen, auf die man stolz sein könne.

Etliche Gebäude der Lebenshilfe Neunkirchen seien in die Jahre gekommen, erklärte Landrat Sören Meng, der sich seit Jahren ehrenamtlich in den Gremien der Lebenshilfe engagiert. Deshalb investiere die Lebenshilfe in die Zukunft, nicht nur in Gebäude, sondern auch in die Menschen. Etliche Bewohner hätten in der neuen Wohnstätte ihr „Geheischnis“ gefunden.

Mit der Einweihung der neuen Wohnstätte erweise sich die Lebenshilfe einmal mehr als Vorreiter in Sachen Behindertenarbeit, betonte der Beigeordnete der Gemeinde Spiesen-Elversberg, Dieter Kreuter. Die neue Einrichtung sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven Spiesen-Elversberg.

Am Ende des offiziellen Teils wurde ein Walnussbaum gepflanzt, den Stefan Linnebacher von der Firma Linnebacher Straßenbau gespendet hatte. Malermeister Jörg Lorschiedter, der auch zu den eingeladenen Firmenvertretern zählte, kündigte an, für die Bewohner und Mitarbeiter des Tom Mutters-Haus an zwei Sonntagen Kuchen und Torten zu spendieren.

Den Bewohnern gefällt es

Heike Brill, eine der Bewohnerinnen, fühlt sich im Neubau rundum wohl. „Jetzt habe ich ein Einzelzimmer, vorher war ich im Doppelzimmer untergebracht.“ Auch Volker Reichert gefällt sein neues Zuhause: „Hier kann ich alles mit dem Aufzug erreichen“ . „Die Zimmer und die Gruppenräume sind schön“, freut sich auch Raimund Klose.red./eck

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